Wer heute sein Business angemessen und zeitgemäß präsentieren möchte, benötigt eine eigene Webpräsenz. Dabei ist es mittlerweile unerheblich, in welcher Branche die unternehmerische Tätigkeit erfolgt. Denn der Kunde von heute sucht größtenteils über Google & Co. nach Angeboten, Produktinformationen, Dienstleistungen oder allgemeiner gesagt: Informationen. Und das tut er sowohl auf desktopbasierten Endgeräten als auch vermehrt auf dem Smartphone oder dem Tablet.

Nun hat sich der Anspruch des besagten Kunden auch in weiterer Hinsicht stark gewandelt. Noch vor 15 Jahren hätte es wohl genügt, sein Produktportfolio mit hübschen Bildern und der Herstellerinformation in ein geeignetes Content Management System einzupflegen und sich damit im Web zu präsentieren. Doch in Zeiten der Informationsflut gelten andere Regeln. Auch das User Interfacedesign hat entscheidenden Einfluss auf den Erfolg einer Webpräsenz.

Was ist User Interfacedesign?

Das User Interfacedesign, häufig auch verkürzt als „UI“ bezeichnet, gehört wohl für jeden Webdesigner heute zum Alltag. Der Begriff wird auch im deutschsprachigen Raum genutzt, stammt aber aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Gestaltung von Schnittstellen“. Mit Schnittstelle ist in diesem Kontext der Bereich zwischen Anwender und Anwendung gemeint.

Überall dort, wo ein Mensch auf eine Maschine, ein Gerät oder eben eine digitale Anwendung trifft, bedarf es dem User Interfacedesign zur technischen Gestaltung der grafischen Nutzeroberfläche. Oder vereinfacht gesagt: Das Interfacedesign macht eine technische bzw. digitale Anwendung überhaupt nutzbar. Das eigentliche Design, also der Look und die grafische Gestaltung, fällt unter die Disziplin des Screen Designs. Interfacedesign

Interfacedesign im Alltag

Das User Interfacedesign ist eine vergleichsweise junge Designdisziplin, die seit Mitte der 1980er Jahre sukzessive an Bedeutung gewinnt. Überall im Alltag begegnen uns heutzutage Schnittstellen, die es ermöglichen, eine Maschine, eine Gerät oder ein Programm zu bedienen. So erfolgt bereits das Anstellen der Küchenmaschine über eine Anwendung des Interfacedesigns. In modernen Fahrzeugen mit Infotainmentsystem sorgt das User Interfacedesign dafür, dass der Nutzer eine Route im integrierten Navi auswählen oder beispielsweise den Fahrzeugzustand überprüfen kann.

An Ticketschaltern öffentlicher Verkehrsmittel, bei Behörden und Ämtern, an vielen Arbeitsplätzen mit Prüf- und Messsystemen sowie in Haushalten mit Smart-Anwendungen, überall wartet eine Anwendung mit Interfacedesign auf ihren Anwender. Und natürlich entscheidet auch auf dem Smartphone, dem Tablet, auf Spielekonsolen oder dem Smart TV das Interfacedesign über eine intuitive und nutzerfreundliche Handhabung.

Das Interfacedesign und der User

Grundsätzlich sorgt das Interfacedesign dafür, dass ein möglichst großer Anteil an Usern die gewünschte Anwendung nutzen kann. Die Herausforderung besteht also darin, das User Interfacedesign so umzusetzen, dass die Funktion der Anwendung klar und eindeutig ersichtlich ist. An dieser Stelle sind die Grenzen zum Screen Design und zum Interaction Design fließend. Auch die Prinzipien des universellen Designs gewinnen für die Schnittstellengestaltung immer mehr an Bedeutung.

Zudem ist auch das Emotional Design Modell mitsamt seinen Ansprüchen zu Usability und User Experience ein wichtiger Faktor für die Entwicklung von Anwendungen mit Interfacedesign. Im Idealfall sorgt die Schnittstellengestaltung nämlich nicht nur dafür, dass ein Mensch ein Produkt bedienen kann, sondern schafft überdies eine positive Verbindung zur Anwendung und dem Produkt selbst. Dieser Zusammenhang lässt sich gut am Beispiel von digitalen Schnittstellen im Web wie beispielsweise Online-Shops erklären.

User Interfacedesign am Beispiel einer Webpräsenz

Damit ein Online-Shop seinen Zweck erfüllt, muss die Bedienoberfläche eindeutig verständlich gestaltet sein. Sucht ein potenzieller Käufer zu lange nach dem Auswahl-Button für seine Kleidergröße, ist der Bestellvorgang nicht stringent durchführbar oder ist die Auswahl der Zahlungsoptionen kryptisch und unübersichtlich, kommt es rasch zu Kaufabbrüchen.

Die Aufgabe eines Interfacedesigners ist es entsprechend, die Schnittstelle bedürfnisorientiert und zielgerichtet zu gestalten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es besonders wichtig, die Zielgruppe zu kennen. Häufig werden bei der Entwicklung von Interfaces deshalb sogenannte Personas definiert, um der größtmöglichen Menge an Nutzern gerecht zu werden. Auch das Prototyping ist essentieller Bestandteil bei der Entwicklung von User Interfacedesign.

Zusammenfassung

Das User Interfacedesign muss verschiedene Designdisziplinen vereinen. Zum einen sorgt das Interfacedesign für die Nutzung von Geräten, Maschinen und digitalen Anwendungen, macht ihre Funktion also erst verfügbar. Zum anderen muss das User Interfacedesign so umgesetzt sein, dass es von einem möglichst breiten Kreis der Zielgruppe intuitiv anwendbar ist und im besten Falle auch positive Assoziationen schafft.

Denn Anwendungen, die sich ohne weiteres Nachdenken einfach intuitiv bedienen lassen, schaffen ein positives Gefühl beim Nutzer. Und ein positives Gefühl sorgt in der Regel auch für Vertrauen und weiterhin dafür, dass eine Anwendung gerne genutzt wird. Gutes User Interfacedesign ist entsprechend ein wichtiger Erfolgsfaktor für jede Benutzeroberfläche, ganz gleich ob im Haushalt, im Auto, bei einer Behörde oder bei Webanwendungen auf dem Tablet und dem Smartphone. User Interface Design

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