Rügenwalder Mühle: Neue Brand Identity mit dem Torbogen der Mühle

MetaDesign entwickelt neues Verpackungsdesign, das Tradition und Zukunft der Marke verbindet

Neue Verpackungen der veganen Rügenwalder-Mühle-Produkte Mühlen Cordon Bleu, Schinken Spicker und Mühlen Hack

Die neuen Verpackungen im pflanzlichen Sortiment der Rügenwalder Mühle. Bild: Rügenwalder Mühle

Die Rügenwalder Mühle führt ein neues Verpackungsdesign ein, das die fast 200-jährige Markengeschichte des Familienunternehmens in ein moderneres Erscheinungsbild übersetzt. Herzstück der neuen Brand Identity ist der Torbogen der historischen Mühle, der künftig als prägendes Gestaltungselement über das gesamte Sortiment hinweg für Wiedererkennung sorgt. Entwickelt wurde der neue Markenauftritt gemeinsam mit MetaDesign, der neuen Branding-Agentur der Rügenwalder Mühle.

Vom Logo zum Torbogen: ein neues Markenelement

Ausgangspunkt der Überarbeitung ist die ikonische rote Mühle, die als Markenlogo erhalten bleibt und weiterhin als vertrauter Anker dient. Neu hinzu kommt der Torbogen der Mühle, der als zusätzliches Gestaltungselement über das Logo hinaus für Wiedererkennung sorgen soll. Das Mühlentor steht dabei bildlich für Offenheit: Es lädt zum gemeinsamen Genuss ein und soll signalisieren, dass am Tisch der Rügenwalder Mühle alle willkommen sind.

„Es steht damit für das, was die Marke antreibt: Gemeinschaft, Offenheit und Menschen an einen Tisch zu bringen. Denn am besten schmeckt’s, wenn’s allen schmeckt”, erklärt Steffen Zeller, CMO der Rügenwalder Mühle.

Klarere Orientierung am Regal

Im Zentrum der Überarbeitung steht das neue Verpackungsdesign, mit dem sich die Marke moderner und klarer präsentieren will. Eine markante Schriftgestaltung sowie eine deutlich reduzierte Informationshierarchie sollen Verbraucherinnen und Verbrauchern die Orientierung am Kühlregal erleichtern. Hinzu kommen hochwertigere Produktinszenierungen, die den Genuss stärker in den Mittelpunkt rücken und die Produkte appetitlicher wirken lassen sollen, während Rezeptur und Geschmack unverändert bleiben.

Rügenwalder-Mühle-Produkte im Kühlregal eines Supermarkts mit Preisschildern und Vegan-Kennzeichnung
Orientierung am Regal ist der zentrale Anwendungsfall des neuen Verpackungsdesigns. Bild: Rügenwalder Mühle

Evolution statt Revolution

Bewusst verzichtet das Unternehmen auf einen radikalen Neustart seiner visuellen Identität. Stattdessen setzt die Rügenwalder Mühle auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung, die den Wiedererkennungswert der Marke stärkt, ohne mit der eigenen Geschichte zu brechen.

„Eine starke Marke lebt davon, dass sie sich weiterentwickelt und dabei unverwechselbar bleibt. Genau das ist uns mit unserem neuen Markenauftritt gelungen: Er bringt fast 200 Jahre Rügenwalder Mühle in die Gegenwart und macht gleichzeitig Lust auf das, was vor uns liegt”, so Zeller weiter.

Diese Zurückhaltung ist bei Traditionsmarken im Lebensmittelbereich kein Zufall. Wer über Jahrzehnte hinweg Vertrauen und Wiedererkennung am Regal aufgebaut hat, riskiert bei einem zu radikalen Bruch, genau dieses Kapital zu verspielen. Die Rügenwalder Mühle wählt daher den vorsichtigeren Weg: neue Klarheit und ein zusätzliches Erkennungsmerkmal, ohne das etablierte Logo infrage zu stellen.

Marktforschung als Grundlage der Neugestaltung

Der Relaunch stützt sich nach Angaben des Unternehmens auf umfangreiche Marktforschungs- und Konsumentenstudien. Ausgangspunkt war demnach ein klarer Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher: Marken sollen sich weiterentwickeln, ohne dabei ihre Identität zu verlieren. Genau diesen Spagat soll das neue Verpackungsdesign schaffen, das zeitgemäßer wirkt, aber erkennbar dem gewohnten Stil der Marke treu bleibt. Laut den Studienergebnissen wird das neue Design über alle Altersgruppen hinweg positiv bewertet, verbessert die Auffindbarkeit der Produkte am Regal und stärkt gleichzeitig das Geschmacksversprechen der Marke.

Rollout in zwei Etappen

Die Einführung des neuen Verpackungsdesigns erfolgt schrittweise. Den Anfang macht ab September das pflanzliche Sortiment der Rügenwalder Mühle, das damit als Erstes im neuen Look im Handel zu finden sein wird. Die Fleischprodukte des Unternehmens folgen in der zweiten Jahreshälfte 2027 und machen den neuen Markenauftritt dann über das gesamte Portfolio hinweg erlebbar. Über den reinen Verpackungs-Relaunch hinaus überträgt die Rügenwalder Mühle die neue Brand Identity auch auf ihre Kommunikation, ihre Bildwelten und weitere Gestaltungselemente der Marke.

Ein Lehrstück für Verpackungsdesign im FMCG-Bereich

Für die Designbranche ist der Relaunch der Rügenwalder Mühle ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich Markenevolution im hart umkämpften Feld der Fast Moving Consumer Goods gestalten lässt, ein Thema, das wir auch in unserer Übersicht Verpackung mit Haltung beleuchtet haben. Statt das Logo selbst neu zu erfinden, wird ein zusätzliches, aus der eigenen Geschichte abgeleitetes Element eingeführt, das zugleich erzählerisches Potenzial besitzt und praktische Regalwirkung entfaltet. Ob der Torbogen künftig ähnlich stark mit der Marke verknüpft wird wie die rote Mühle selbst, dürfte sich erst zeigen, wenn das neue Design flächendeckend im Handel angekommen ist.

Warum sich Regalorientierung zunehmend zum Designfaktor entwickelt

Gerade im Lebensmittelhandel entscheidet sich Markenwahrnehmung heute innerhalb weniger Sekunden am Regal. Käuferinnen und Käufer scannen Sortimente im Vorbeigehen, wodurch klare Formsprache, konsistente Typografie und eine reduzierte Informationsdichte zunehmend wichtiger werden als reine Bildsprache. Verpackungsdesign übernimmt damit eine Funktion, die früher stärker der klassischen Werbung zufiel: Es muss Markenbotschaft, Produktinformation und Kaufanreiz gleichzeitig transportieren, und das oft auf einer Fläche von wenigen Quadratzentimetern.

Der Fall der Rügenwalder Mühle zeigt zudem, wie eng Markenführung und Produktstrategie inzwischen zusammenhängen, ähnlich wie zuletzt bei REWE to go. Der gestaffelte Rollout, zunächst im pflanzlichen Sortiment, später im klassischen Fleischsortiment, erlaubt es dem Unternehmen, das neue Design frühzeitig am Markt zu testen und gegebenenfalls nachzujustieren, bevor es auf das gesamte Portfolio ausgeweitet wird. Für Marken mit einem breiten, gewachsenen Sortiment kann ein solches gestuftes Vorgehen das Risiko eines Relaunches erheblich reduzieren.

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