Am Bildschirm verzeiht vieles: Ein Bild wird skaliert, ein Rand bleibt notfalls weiß, Farben wirken leuchtend. Im Druck wird dagegen jede Ungenauigkeit sichtbar, als weißer Streifen am Rand, als pixelige Kante oder als matte Farbe. Die gute Nachricht: Mit wenigen Vorgaben lassen sich Druckdaten sauber anlegen. Die Angaben unten stammen aus den Datenvorgaben zweier Druckereien. Weil jede Druckerei eigene Vorgaben hat, geht deren Merkblatt im Zweifel vor.
Auflösung: warum 300 ppi üblich sind
Die Auflösung digitaler Bilder beschreibt, wie viele Pixel auf einen Zoll (2,54 cm) kommen, gemessen in ppi (Pixels per Inch). Die Einheit dpi (Dots per Inch) bezeichnet dagegen die Punkte, die Drucker oder Belichter später aufs Papier setzen. In Datenblättern vieler Druckereien steht trotzdem „dpi“, gemeint ist bei Bilddateien aber meist die PixeldichteDie Auflösung beschreibt, wie viele Bildpunkte ein Bild pro Längeneinheit enthält. Bei digitalen Bildern wird sie in Pixeln pro Zoll (ppi, pixels per inch) angegeben, bei Druckern und Belichtern in Punkten pro Zoll (dpi, dots per inch). Im Alltag werden beide Begriffe häufig gleichgesetzt. Ein Zoll entspricht 2,54 Zentimetern. Als Richtwert gelten 300 ppi in Endgröße für Druckerzeugnisse, die aus…
Weiterlesen: Pixeldichte. Für Farb- und Graustufenbilder nennen die Vorgaben durchgängig 300 ppi in der Zielgröße. Für reine Strichzeichnungen, also Bilder aus Schwarz und Weiß ohne Grautöne, werden teils 1.200 ppi verlangt. Entscheidend ist die Auflösung im fertigen Format: Ein Foto mit 300 ppi bei 10 cm Breite hat nur noch 150 ppi, wenn es auf 20 cm vergrößert wird. Nachträgliches Hochrechnen in einem Bildprogramm fügt keine Details hinzu, die Kanten werden nur weicher.
Eine Faustregel hilft bei Großformaten: Plakate und Banner werden aus größerem Abstand betrachtet, weshalb dort oft weniger ppi ausreichen. Welche Werte konkret gelten, steht bei solchen Produkten in den Vorgaben der Druckerei.

Beschnitt und Sicherheitsabstand
Gedruckt wird meist auf größeren Bogen, anschließend wird geschnitten. Dabei gibt es kleine Toleranzen. Damit am Rand kein weißer Streifen aufblitzt, müssen Hintergründe und Bilder über das Endformat hinausragen. Diese Überfüllung heißt Beschnitt. In den Vorgaben beider Druckereien stehen 3 mm an jeder Seite.
Das Gegenstück ist der SicherheitsabstandDer Beschnitt, auch Beschnittzugabe oder Anschnitt genannt, ist der Bereich, der bei Druckdaten über das spätere Endformat hinausragt. Er sorgt dafür, dass Farben, Bilder und Flächen, die bis an den Rand einer Seite reichen sollen, nach dem Zuschnitt tatsächlich randlos erscheinen. Ohne ihn blitzen an den Kanten häufig schmale weiße Streifen auf. Der Hintergrund liegt in der Produktion. Gedruckt wird…
Weiterlesen: Sicherheitsabstand: Texte, Logos und wichtige Bildteile gehören nicht an den Rand. Eine Druckerei nennt mindestens 1 mm Einrückung bei Layouts ohne Beschnitt, die andere 3 mm Abstand zur Seite. In der Praxis bewährt sich ein großzügiger Abstand, denn Text, der knapp am Rand sitzt, wirkt schnell schief, wenn der Schnitt minimal abweicht.
Farbraum: CMYK statt RGB
Monitore mischen Farben aus Rot, Grün und Blau (RGB). Gedruckt wird dagegen mit Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYKEin Farbmodell wie RGB oder CMYK beschreibt das mathematische System, mit dem sich Farben mischen und angeben lassen. Ein Farbraum wie sRGB oder PSO Coated v3 ist die konkrete Ausprägung eines solchen Modells mit einem definierten Farbumfang, dem sogenannten Gamut. Der Gamut bezeichnet die Menge der Farben, die ein Gerät oder Verfahren überhaupt wiedergeben kann. Für die Gestaltung ist das…
Weiterlesen: CMYK). Beide Farbräume haben unterschiedliche Umfangsgrenzen, weshalb sehr leuchtende Bildschirmfarben im Druck gedeckter erscheinen. Eine Druckerei schreibt ausdrücklich vor, keine RGB- oder LAB-Farben zu verwenden, da diese automatisch umgerechnet werden. Die Umrechnung erfolgt dann ohne Kontrolle, und das Ergebnis kann vom erwarteten Ton abweichen. Es lohnt sich daher, Dokumente von Beginn an in CMYK anzulegen oder Bilder selbst zu konvertieren und das Ergebnis zu prüfen.

Beim Schwarz ist die Vorgabe ebenfalls eindeutig: Text sollte in Graustufen oder mit den CMYK-Werten 0/0/0/100 angelegt werden. Ein Mischschwarz aus allen vier Farben eignet sich für große Flächen, nicht aber für kleinen Text, weil minimale Passerabweichungen die Buchstaben unscharf wirken lassen. Auch der gesamte Farbauftrag spielt eine Rolle: Eine Druckerei nennt als Obergrenze 300 %.
Schriften und PDF-Format
Schriften müssen in der PDF-Datei eingebettet oder in Pfade umgewandelt sein. Das gilt auch für Schriftzüge in Logos. Sonst ersetzt die Druckerei die fehlende Schrift durch eine andere, und der Umbruch verändert sich. Bei Schriften mit eingeschränkter Lizenz lohnt der Blick in die Einbettungsrechte.
Als Dateiformat empfiehlt eine der Druckereien PDF/X-4 in CMYK, die andere nennt PDF 1.6. Das ist kein Widerspruch: PDF 1.6 ist die allgemeine Version des PDF-Formats, PDF/X-4 ein darauf aufbauender ISO-Standard für den Druck. Eine PDF/X-4-Datei erfüllt also auch die Vorgabe PDF 1.6. PDF/X ist genau für den Austausch von Druckdaten gedacht und soll sicherstellen, dass alles Wichtige in der Datei enthalten ist. Außerdem müssen Überdrucken- und Aussparen-Einstellungen, vor allem bei Sonderfarben, definiert sein.
Checkliste vor der Abgabe
Vor dem Export helfen diese Punkte:
- Endformat und 3 mm Beschnitt an allen Seiten angelegt?
- Wichtige Inhalte mit ausreichend Abstand zum Rand platziert?
- Alle Bilder in der Zielgröße mit mindestens 300 ppi (in Datenblättern oft als dpi angegeben)?
- Dokument und Bilder in CMYK, keine RGB- oder LAB-Farben?
- Schwarzer Text mit 0/0/0/100 angelegt?
- Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt?
- Export als PDF/X in der von der Druckerei genannten Variante?
- Ausdruck oder Softproof kontrolliert, vor allem Farben und Ränder?
Wer diese Liste vor jedem Export durchgeht, spart Rückfragen und Nachdruck. Und wer unsicher ist, fragt vorab nach dem Datenblatt der Druckerei: Das dauert wenige Minuten und klärt die meisten Fehlerquellen.



