Das Fotografieren ist heute komfortabler denn je. Ob mit dem Smartphone oder der Digitalkamera, die Möglichkeiten der Fotografie haben sich mit dem Wandel zur Digitalisierung weiterentwickelt. Und auch die Bildbearbeitung bietet heute erstaunliche Möglichkeiten, die persönlichen Lieblingsfotos schnell und unkompliziert zu bearbeiten.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Software und Apps für die Bildbearbeitung von teuer bis kostenlos. Für Fotografen und ambitionierte Hobbyfotografen sind diese Programme zur Bildbearbeitung meist relativ gut verständlich. Als Teilzeit-Knipser mit Hang zu schnellen Ergebnissen wird das Bearbeiten der Fotos in einer App oder mit einer Software auf dem PC schnell zur nervenaufreibenden Herausforderung.

Denn die meisten dieser Programme setzen ein Grundwissen an Begrifflichkeiten voraus, die bestenfalls über mehr oder weniger eindeutige Symbole dargestellt werden. Um für Laien ein wenig Licht ins Dunkel der Bildbearbeitung zu bringen, widmet sich dieser Artikel nachfolgend einer Handvoll Begrifflichkeiten rund um die Bearbeitung von Fotos.

Automatische Korrektur

In den meisten Programmen zur Bildbearbeitung findet der Hobbyfotograf die automatische Korrektur, kurz auch als Autokorrektur bezeichnet. Grundsätzlich erzielen solche automatischen Korrekturen bereits teils beeindruckende Ergebnisse in Bezug auf Bildschärfe, Farben und Kontraste. Da sich die automatische Bildkorrektur jedoch meist auf ein besonders prominentes Detail im Bild richtet, erreicht sie nicht immer den vom Fotografen gewünschten Effekt.

Bildretusche und Beautyretusche

Für professionelle Bildbearbeiter gehört die Retusche zum festen Handwerkszeug. Retusche meint die nachträgliche Optimierung von Fotos. In Landschafts- und Detailaufnahmen von Gegenständen, Pflanzen oder auch Gebäuden vermittelt die Bildretusche den Eindruck der Perfektion. Kleine Unebenheiten von Blüten oder Blättern, eine rostige Stelle am Fahrzeug oder eine brüchige Stelle an der Hauswand, mit Kopierstempel und Reparaturpinsel sind solche Unliebsamkeiten schnell behoben.

Keine Frage, dass die Retusche längst als sogenannte Beautyretusche in der Bildbearbeitung von Portraits und insbesondere in der Werbung angekommen ist. Allerdings eilt ihr hier inzwischen eher den Ruf der Bildmanipulation voraus. Doch zurück zur Bildbearbeitung des Hobbyfotografen.

Einige Bildbearbeitungsprogramme bieten Instrumente zur Beautyretusche. Hebt ein an sich hübsches Selfie die Falten um die Augen besonders hervor oder zeigen sich die hektischen Flecken auf dem Familienfoto in ihrer auffälligsten Form, bieten sich auch hier Möglichkeiten, mit Kopierstempel oder Pinsel die ungewünschten Stellen auszubessern. Doch Vorsicht! Die Retusche erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Zu motiviert angewendet, kann das an sich hübsche Bild rasch unecht und konstruiert wirken. Hier gilt ganz klar: weniger ist manchmal mehr! Beautyretusche

Farbtiefe

In vielen Programmen der Bildbearbeitung und insbesondere dann, wenn man ein hübsches Foto drucken lassen möchte, stößt man auf den Begriff der Farbtiefe. Die Farbtiefe hängt bei digitalen Aufnahmen unmittelbar mit der Größe des gespeicherten Bildes zusammen.

Bei den meisten Kameras ist die Speichergröße der Bilder voreingestellt. 8, 16 oder auch 24 Bit sind üblich. Doch was heißt das genau? Jedes digital aufgenommene Bild besteht aus Pixeln, also einzelnen Bildpunkten. Jeder dieser Bildpunkte enthält seine eigene Farbinformation.

Ein Bild mit 300 Pixeln in der Breite und 200 Pixeln in der Höhe hat entsprechend 300 mal 200 Pixel, also 60.000 einzelne Bildpunkte. Wenn es sich um ein Schwarz-Weiß-Bild handelt, würde jeder Bildpunkt entweder die Information „schwarz“ oder „weiß“ enthalten. Als Bit wird die Information entsprechend als „0“ oder „1“ gespeichert. Solch ein Schwarz-Weiß-Bild mit der minimalen Farbinformation von zwei Farben hat die Farbtiefe 1. Farbtiefe

Sollen nun acht Farben pro Bit dargestellt werden können, erhält man mit 28 gleich 256 Farbtöne. Eine Farbtiefe von 24 Bit unterscheidet 224 Farbtöne, das sind etwa 16.700.000 Farbtöne. Zudem können die Farben pro Farbkanal gemischt werden, sodass eine weitaus höhere Anzahl an Farbabstufungen möglich ist. Weil das menschliche Auge jedoch „nur“ 10 Millionen Farben wahrnehmen kann, wird auf eine weitere erklärende Berechnung an dieser Stelle verzichtet.

Zusammenfassend gilt: Je höher die Bitanzahl des gespeicherten Fotos, desto weitreichender sind die Möglichkeiten in der Bildbearbeitung. Für Hobbyfotografen, die kleinere Anpassungen vornehmen und ihr Bild möglicherweise in Fotoformat drucken lassen möchten, sind 16 Bit völlig ausreichend.

Gammakorrektur

Wenn ein eigentlich gelungenes Foto in einem Bereich zu dunkel oder auch zu hell ist, nutzen die meisten Laien in ihrem Bildbearbeitungsprogramm die Funktion der Helligkeit. Auf den ersten Blick scheint dies auch sinnvoll, denn wenn ein Detail im Bild zu dunkel ist, sollte es doch aufgehellt werden. Gammakorrektur

Nun ist es allerdings so, dass das Aufhellen meist nicht den erstrebten Effekt bringt. Das Bild wirkt nach dem Aufhellen verwaschen und leicht nebelig. Die eigentlich gewünschte Aufhellung erzielt man mit der Gammakorrektur. Eine Erklärung über die Berechnung und Funktionalität der Gammakorrektur würde den Umfang dieses Artikels sprengen und tief in mathematische Funktionen eintauchen.

Für den ambitionierten Hobbyfotografen lohnt sich jedoch das Experimentieren mit der Gammakorrektur-Funktion auch ohne physikalisch-mathematischen Background. Bei der Gammakorrektur werden die Mitteltöne des Bildes verändert, wohingegen sehr dunkle oder sehr helle Bereiche gleich bleiben. Für das menschliche Auge wird diese Verschiebung der mittleren Helligkeit als angenehmer und auch passender empfunden als die extremere Verschiebung der Schwarz- oder Weiß-Abstufungen.

Bildbearbeitung: Übung macht den Meister

Wer seine Lieblingsfotos bearbeiten möchte, findet heute eine Vielzahl an Programmen für den PC oder auch als App für das Smartphone. Grundsätzlich gilt bei all diesen Bildbearbeitungsprogrammen: Die Möglichkeiten sind vielfältig, doch nicht alle Werkzeuge und Funktionen sind für die einfache Bildbearbeitung geeignet.

Dieser kurze Auszug über Retusche, Farbtiefe und Gammakorrektur soll einen kleinen Einblick in die häufig verwendeten Begriffe rund um die Bildbearbeitung bieten. Ein Blick in die Anleitung eines Programms oder das digitale Handbuch einer App kann natürlich trotzdem nicht schaden. Jedoch erreicht man die tollsten Ergebnisse häufig gerade dann, wenn man unvoreingenommen mit unterschiedlichen Effekten experimentiert und sich besonders in der Anfangsphase der Bildbearbeitung ein wenig Zeit nimmt.

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