Was hat Design in Zeiten von AI zu sagen? Dazu diskutieren am 13. und 14. September Kreative und Designer, Künstler und Forscher auf der ADC Design Experience in Stuttgart. „Humanity Design“ ist Leitthema des vierten Designkongresses in der Landeshauptstadt.

„Es geht um nichts weniger als um die Neubestimmung des Verhältnisses Mensch zu Maschine“, so Philipp Thesen, Professor für Mensch-System-Interaktion an der Hochschule Darmstadt & ADC Mitglied. „‘Humanity Design‘ bedeutet angesichts der dramatischen Digitalisierung von Arbeit und Alltag und dem rasanten Aufstieg der Künstlichen Intelligenz die Humanisierung von Technologie. Und das war schon immer die Kernaufgabe des Designs.“ Gemeinsam mit Heinrich Paravicini, Geschäftsführer der Designagentur Mutabor, und Anja Steinig, Inhaberin des STUDIO F Berlin, gestaltet Thesen den Kongress als Kurator.

Über 15 Speaker diskutieren auf der ADC Design Experience, wie Design unseren Alltag in Zeiten der Digitalisierung mitbestimmt und wie groß die Prise “analog” sein darf oder muss. Nun steht das Line-up des Kongressformats fest.

adc design experience

Design als “agent for change”? Das gilt in jedem Falle für adidas und die Kooperation mit Parley for the Oceans. Sie setzen mit ihrem Projekt ein Zeichen gegen Plastikmüll im Meer. Und zeigen, wie Design zu einer echten Bewegung werden kann. Was mit einem Schuh aus recycelten Materialien begann, gipfelt im Ziel des Sportartikelherstellers, keinen unrecycelten Kunststoff mehr in der gesamten Lieferkette zu verwenden und in einem “Run for the Oceans”. Matthias Amm, Product Category Director bei adidas stellt den Design-Case auf dem Kongress vor.

Was macht man als Kamerahersteller, wenn Smartphones so smart werden, dass sie perfekte Bilder schießen? Im Falle von Leica entdeckt man gerade eine neue Langsamkeit. Hinter dem Coup steckt Christoph Gredler, Principal Designer bei Leica. Mit maximaler Übersichtlichkeit hat er das Design der neuen Leica M-D entwickelt. Kein Display, kein Menü. Zurück zur maximalen Aufmerksamkeit des Fotografen. Was genau hinter der Entwicklung steht, verrät Gredler auf der ADC Design Experience.

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Dass Design auch im Jahr 2018 ohne Artificial Intelligence kann, in Einzelfällen sogar muss, dem würde die Architektin Ursula Seeba-Hannan, Geschäftsführerin LenzWerk, zustimmen. Unter ihrer Leitung wurde das legendäre Thomas Mann Haus als neue Residenz der Bundesrepublik Deutschland für Intellektuelle aus Kultur, Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft in L.A. restauriert und wiedereröffnet. Die Bau-Zeichnungen von LenzWerk wurden auf Papier angefertigt – aus Achtung, sagt Seeba-Hannan: „Beim Denkmalschutz ist kein Platz für Artificial Intelligence.“

Ebenfalls als Referenten mit dabei sind u.a. Dr. Florian Röhrbein, Leiter der RobotikEntwicklung bei Kärcher, Franziska Weissbach, ING-DiBa, Rémy Clémente, Gründer Solid Poems und Alex Jacobi, Alex Jacobi Audiovisual Intelligence. Als Sound-Designer entwickelt er KI-Systeme, die selbstständig vorhersagen, wie Menschen von Sounds berührt werden. Eine Entschlüsselung von ästhetischen Präferenzen in der menschlichen Wahrnehmung? Hat Jacobi den Code geknackt? Das beantwortet er auf der ADC Design Experience.

Auch Dr. Kai Fehse, Projektleiter Cognition & Communication Neuroscience an der LMU München, beschäftigt sich mit menschlicher Wahrnehmung. Er generiert mit Hilfe von BrainScannern Studien für Brands wie Apple, BILD oder Media Markt – und findet heraus, was Marken und Medien im Gehirn konkret auslösen. Eine Übersicht zum Programm & allen Referenten ist auf der Webseite einsehbar: Der Kongress am 13. September wird von einem Praxisseminar am Folgetag begleitet.

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Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Im Rahmen des Seminars zum Thema „Creative Environments“ widmen sich vier Experten der Frage, wie wir in Zukunft leben und arbeiten und wie Räume Kreativität und Kommunikation fördern können. Als Referenten mit dabei: Nicole Gietz-Haslinger, Architektin & Member of the Management Board bei dan pearlman und Toni Piskac, Head of Workplace Consulting & Space Planning der Vitra International AG. Durch den Seminartag führt Heinrich Paravicini. Das Seminar findet in der neu eröffneten Galerie Kernweine statt: Ein offener Raum für zeitgenössische Fotografie mit Bar und Café.

Mit der ADC Design Experience schafft der Art Directors Club für Deutschland e.V. eine Plattform, die einen Austausch rund um das Thema Design ermöglicht. Fachkräfte, Quereinsteiger und interessierte Newcomer der Design- und Kreativbranche sind dazu eingeladen, sich rund um das Thema ‚Humanity Design’ inspirieren zu lassen. Die ADC Design Experience findet in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart, Mercedes Benz und WallDecaux statt.

Kongress ADC Design Experience | 13.09.2018 | Einlass: 9:30 Uhr | Weisser Saal im Neuen Schloss | Schlossplatz 4, 79173 Stuttgart

Seminar „Creative Environments” | 14.09.2018 | Beginn: 9:45 Uhr | Galerie Kernweine | Cottastraße 4-6, 70178 Stuttgart

Tickets unter: https://www.adc.de/tickets/#_designexperience

Über den Art Directors Club für Deutschland (ADC) e.V.

Im Art Directors Club für Deutschland (ADC) e. V. haben sich über 700 führende Köpfe der kreativen Kommunikation zusammengeschlossen. Clubmitglieder sind renommierte Designer, Journalisten, Architekten, Szenographen, Fotografen, Illustratoren, Regisseure, Komponisten, Produzenten, Spezialisten für digitale Medien und Werber. Der ADC sieht sich als Maßstab der kreativen Exzellenz und zeichnet herausragende Kommunikation aus. Dazu veranstaltet er Wettbewerbe, Kongresse, Seminare, Vorträge, Events, B2B-Veranstaltungen und gibt diverse Publikationen heraus.