McLaren bekommt eine neue Markenidentität, und der Ausgangspunkt ist ein Schild über einer Tankstelle. Die WortmarkeEine Wortmarke ist ein Markenzeichen, das ausschließlich aus einer besonders gestalteten Schreibweise des Markennamens besteht, ohne begleitendes Bildzeichen oder Symbol. Anders als eine Bildmarke oder eine kombinierte Wort-Bild-Marke setzt eine Wortmarke allein auf Typografie: Schriftwahl, Laufweite, Strichstärke und individuelle Anpassungen einzelner Buchstaben machen den Namen selbst zum unverwechselbaren visuellen Zeichen einer Marke. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Markenrecht, wo…
Weiterlesen: Wortmarke der Marke orientiert sich am Schriftzug der Familientankstelle in Remuera, einem Stadtteil von Auckland. Sie gehörte Les und Ruth McLaren, den Eltern von Firmengründer Bruce McLaren. Dort baute er das Auto für seinen ersten Rennsieg. Die überarbeitete Identität gilt erstmals gemeinsam für McLaren Automotive und McLaren Racing.
Wortmarke mit Herkunftsgeschichte
Das neue Logo ist eine schlanke, moderne Wortmarke in leichterem Schnitt. Fachmedien beschreiben, dass ein dezenter Strich unter dem kleinen „c“ dem Schriftzug einen Hauch von Luxus-Modelabel gibt. Das Vorbild stammt laut Creative Bloq aus den 1920er-Jahren und schlägt so eine Brücke von der Gründerzeit in die Gegenwart.

Auch die Schrift selbst ist Teil der Geschichte. Laut einem Bericht von Autonext handelt es sich um eine maßgeschneiderte HausschriftEine Hausschrift ist die Schrift, die eine Organisation oder Marke verbindlich in ihrer gesamten Kommunikation einsetzt. Im Englischen spricht man von Corporate Typeface oder Corporate Font, wobei Typeface streng genommen das Schriftdesign und Font die konkrete Schriftdatei bezeichnet. Sie ist ein zentraler Bestandteil des Corporate Designs und sorgt dafür, dass Drucksachen, Websites, Präsentationen und Beschilderung einheitlich wirken. Neben Logo, Farben…
Weiterlesen: Hausschrift namens „McLaren Sans“, die an Autos, Merchandise, in Showrooms und im Formel-1-Team zum Einsatz kommen soll. Diese Angabe stammt aus einer Sekundärquelle und wurde von McLaren in der Pressemeldung nicht ausdrücklich genannt.
Was bleibt: Papaya, Speedmark und Speedy Kiwi
Die Marke lässt ihre bekanntesten Erkennungszeichen nicht fallen. Papaya prägt den Auftritt weiterhin. Das Speedmark bleibt Bestandteil der Marke. Laut Autonext steht es künftig getrennt vom Schriftzug, auf der Teamkleidung sitzt es aber weiterhin in direkter Nähe zur Wortmarke. Chief Creative Officer David Woodhouse beschreibt es dort als kleines Erkennungszeichen. Auch der Speedy Kiwi bleibt als Verweis auf Bruce McLarens neuseeländische Wurzeln erhalten. Zusätzlich wird die Farbpalette erweitert. Die neuen Töne sind von entscheidenden Momenten der Markengeschichte inspiriert, konkrete Farbnamen nennt die Meldung nicht. Laut Autonext bekommen die Straßenfahrzeuge eine dunklere Palette namens Midnight, während Papaya näher an das Rennteam rückt.

Eine Identität für Straße und Rennstrecke
Bisher traten die Straßenwagen und die Rennsportprogramme mit eigenen Nuancen auf. Jetzt teilen sich McLaren Automotive und McLaren Racing dieselbe Identität. Das gilt für die Formel 1, IndyCar und die Langstreckenweltmeisterschaft. Lou McEwen, Chief Marketing Officer bei McLaren Racing, sagt dazu: „This evolved identity perfectly bridges that proud heritage with our future ambition.“ Woodhouse betont die besondere Stellung der Marke: „There is something uniquely special about McLaren.“

Den ersten Einsatz hatte das Logo laut Autonext auf dem McL 6GT und auf dem Schild vor dem McLaren Technology Centre in Woking. Der 6GT soll 2028 in Produktion gehen. Weitere Modelle könnten den Namen künftig auf dem Heck tragen, das ist bislang aber eine Erwartung und keine Bestätigung. Auch Buchstaben wie „McL“ sollen laut Woodhouse in Badges und Modellbezeichnungen auftauchen, eindeutig bestätigt wurde das nicht.
Was Designteams daraus lernen können
Der Fall zeigt, wie sich eine Marke weiterentwickeln lässt, ohne mit der Vergangenheit zu brechen. Statt ein neues Zeichen zu erfinden, greift McLaren auf ein echtes Fundstück der Firmengeschichte zurück. Das macht die Wortmarke erklärbar und glaubwürdig. Zugleich entsteht ein Auftritt, der zu einer wachsenden Produktpalette passt.
Auch andere Marken setzen derzeit auf diese Strategie. Einen ähnlichen Weg geht etwa Jaguar mit seinem neuen Markendesign, und auch bei Apple Music und der neuen, fetteren Wortmarke steht der Schriftzug im Mittelpunkt. Gemeinsam ist den Beispielen, dass die Wortmarke wieder zum zentralen Markenträger wird.
Die Reaktionen bleiben geteilt
Creative Bloq erwartet, dass die neue Identität die Meinungen spalten wird. Das bisherige Logo wirkte demnach etwas veraltet, die neue Lösung passe besser zu Vergangenheit und Zukunft. Welche Agentur oder welches Team an der Gestaltung beteiligt war, nennen die Quellen nicht. Für Kreative und Entscheider lohnt der Blick trotzdem: Die Geschichte hinter dem Schriftzug ist das stärkste Argument für das neue Logo. Ob sie auch im Alltag trägt, auf Fahrzeugheck, Teamkleidung und Bildschirm, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



