Der E-Mail-Anbieter GMX hat seinen Markenauftritt grundlegend überarbeitet. Seit dem 1. Oktober 2026 zeigt sich das Karlsruher Unternehmen, eine Marke der United-Internet-Gruppe, mit neuem Logo, neuer Typografie und einem kräftigeren Blauton, den das Unternehmen selbst „Oktoberblau“ nennt. Begleitet wird der Relaunch von der Kampagne unter dem Claim „Deine digitale Freiheit. In deiner Hand.“ und einer stärkeren Betonung der KI-Funktionen im Postfach.
Neues Logo, neue Typografie, neues Blau
Im Zentrum der Überarbeitung steht die WortmarkeEine Wortmarke ist ein Markenzeichen, das ausschließlich aus einer besonders gestalteten Schreibweise des Markennamens besteht, ohne begleitendes Bildzeichen oder Symbol. Anders als eine Bildmarke oder eine kombinierte Wort-Bild-Marke setzt eine Wortmarke allein auf Typografie: Schriftwahl, Laufweite, Strichstärke und individuelle Anpassungen einzelner Buchstaben machen den Namen selbst zum unverwechselbaren visuellen Zeichen einer Marke. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Markenrecht, wo…
Weiterlesen: Wortmarke „GMX“ selbst: Sie tritt jetzt in kräftigeren, runderen Buchstabenformen auf, begleitet von einer neuen hauseigenen Schrift für Anwendungen und Kommunikation. Auffälligste Veränderung ist aber die Farbgebung. Statt des bisherigen, eher gedeckten Blaus setzt GMX nun auf einen saturierteren Blauton mit weichen Verläufen, die stellenweise in ein mintiges Grün übergehen, sichtbar etwa im neuen Kampagnenmotiv, in dem die weiße Wortmarke vor einem Verlauf von Mint zu Blau erscheint. Insgesamt wirkt der neue Auftritt reduzierter und aufgeräumter als die bisherige, von vielen Einzelelementen geprägte Markenwelt, ein Eindruck, den auch erste Reaktionen aus der Fachpresse teilen, die den neuen Look unisono als schlichter und moderner beschreiben.

Eine Kampagne mit KI-generierten Bildwelten
Beworben wird der neue Auftritt über eine breit angelegte Kampagne unter dem Hauptclaim „Deine digitale Freiheit. In deiner Hand.“, die auf Fernsehen, AußenwerbungOut-of-Home, häufig abgekürzt als OOH, bezeichnet Werbung, die Menschen außerhalb ihres Zuhauses im öffentlichen Raum erreicht. Dazu zählen klassische Plakatwände, City-Light-Poster, Großflächenplakate, Werbung an Bus- und Bahnhaltestellen, digitale Screens in Innenstädten sowie Werbeflächen in oder an Verkehrsmitteln. Der Begriff grenzt diese Formen bewusst von Medien ab, die Menschen zu Hause konsumieren, etwa Fernsehen, Print-Abonnements oder klassische Online-Werbung am eigenen Bildschirm.…
Weiterlesen: Außenwerbung und Display-Anzeigen läuft. Für die neuen Mobilfunk- und Cloud-Kombipakete nutzt GMX daneben die eigene Zeile „Starte deine digitale Freiheit“. Auffällig dabei: Mehrere Kampagnenmotive setzen auf KI-generierte Bilder, etwa ein surreales Motiv, das einen roten Fisch wie einen Luftballon über eine Häuserschlucht schweben lässt, im Bild selbst mit dem Hinweis „KI-unterstützt“ gekennzeichnet. Für ein Unternehmen, das zugleich verstärkt auf künstliche Intelligenz im eigenen Produkt setzt, ist das ein stimmiger, wenn auch nicht unumstrittener Baustein der visuellen Neuausrichtung.

KI im Postfach: Schreiben, Übersetzen, Zusammenfassen
Der neue visuelle Auftritt ist dabei nur die sichtbare Seite einer umfassenderen Weiterentwicklung. GMX hatte bereits im Mai 2026 begonnen, künstliche Intelligenz direkt ins E-Mail-Postfach zu integrieren, zunächst im Betastatus für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lange E-Mails, Newsletter oder Buchungsbestätigungen lassen sich seitdem per Klick zusammenfassen, eine Schreibhilfe formuliert Texte um, passt den Tonfall von locker bis förmlich an und übersetzt sie bei Bedarf in andere Sprachen. Eine smarte Suche beantwortet zudem Fragen in natürlicher Sprache, etwa danach, wann eine bestimmte Rechnung abgebucht wurde. Nach eigenen Angaben verarbeitet GMX die Daten dafür ausschließlich auf eigenen Servern in Deutschland, ohne auf externe KI-Anbieter zurückzugreifen. Mit dem RebrandingRebranding bezeichnet die grundlegende Neugestaltung des Markenauftritts eines Unternehmens, einer Organisation oder eines Produkts. Anders als ein einfaches Redesign, bei dem meist nur einzelne visuelle Elemente wie ein Logo oder eine Farbpalette aktualisiert werden, geht Rebranding typischerweise tiefer: Es verändert nicht nur, wie eine Marke aussieht, sondern auch, wofür sie steht, wie sie kommuniziert und wie sie von Kundinnen, Mitarbeitenden…
Weiterlesen: Rebranding rückt dieses KI-Angebot nun stärker in den Vordergrund der Markenkommunikation.
Entwickelt von Future Marketing und ILV
Die neue Markenstrategie haben die Düsseldorfer Agentur Future Marketing, ein Teil der Serviceplan Group, und die Berliner Kreativagentur ILV gemeinsam entwickelt. Für den österreichischen Markt, wo GMX.at nach eigenen Angaben monatlich rund 2,4 Millionen Unique User erreicht und damit laut Unternehmen auf Platz zwei der meistgenutzten Portale im Land liegt, ordnete Rasmus Giese, Vorstand von United Internet Media, den Schritt so ein: „Mit dem Rebranding wird die Weiterentwicklung von GMX auf den ersten Blick sichtbar. Der neue Look und die erweiterten Features unterstreichen den modernen Anspruch von GMX und verbessern die Nutzererfahrung zusätzlich.“
Ein Trend unter deutschen Digitalmarken
Mit dem Relaunch reiht sich GMX in eine Serie aktueller Rebrandings deutscher Unternehmen ein, die ihren Markenauftritt in den vergangenen Wochen überarbeitet haben. Erst kurz zuvor hatte die REWE Group ihr Corporate Design grundlegend erneuert, davor unter anderem HUK24 seinen Markenauftritt digitalisiert. Gemeinsam ist den meisten dieser Projekte der Versuch, ein modernisiertes, reduzierteres Erscheinungsbild mit einer klareren Erzählung über digitale Kompetenz und, zunehmend, den eigenen Einsatz von künstlicher Intelligenz zu verbinden. Ob „Oktoberblau“ dabei zu einem ähnlich wiedererkennbaren Farbbegriff wird wie etwa das traditionelle GMX-Blau zuvor, dürfte sich erst zeigen, wenn der neue Auftritt in den kommenden Monaten vollständig auf allen Plattformen sichtbar wird.




