Sechs Jahre vor den ersten Olympischen Spielen in Australien seit Sydney 2000 hat Brisbane sein visuelles Aushängeschild vorgestellt. Die Emblems für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 setzen auf einen Kakadu, dessen Federschopf gleich mehrere Bedeutungen trägt. Bekannt wurde das Design schon vor dem geplanten Termin, weil ein Erklärvideo versehentlich auf dem offiziellen YouTube-Kanal landete.
Sechs Teile, eine Enthüllung in Etappen
Erstmals in der Geschichte der Spiele wurden die Emblems nicht auf einmal gezeigt. Über mehrere Tage in ganz Queensland entdeckten Olympia- und Paralympics-Größen jeweils ein Teil des Gesamtbilds, insgesamt sechs. Das vollständige Design vereint laut Medienmitteilung von Brisbane 2032 mehrere Ebenen.
Zwei Kakadus, zwei Farbwelten
Für Olympia steht ein rosa Kakadu im Mittelpunkt, für die Paralympics ein Gelbhaubenkakadu. Beide gelten als typische Vögel Australiens, bekannt für ihre freche, neugierige und verspielte Art. So lassen sich die beiden Spiele über Tier und Farbpalette unterscheiden, bleiben aber als gemeinsame Identität erkennbar. Brisbane 2032 betont, dass es die erste australische Ausgabe mit eng aufeinander abgestimmten Olympia- und Paralympics-Emblems ist.
Details im Federschopf
Im Kamm des Kakadus steckt der Umriss von Queensland, dem Gastgeber der dritten Olympischen und zweiten Paralympischen Spiele in Australien. Ebenfalls dort sitzen die olympische und die paralympische Flamme als Zeichen für Einheit, Hoffnung und Inspiration. Eine Gruppe aus drei und zwei Federn spielt dezent auf die Spiele im Jahr 2032 an.
First Nations und Marktforschung
Ein Konsortium aus lokalen und internationalen Kreativagenturen hat die Emblems entwickelt, betreut vom Organisationskomitee. Nach Angaben von Creative Review waren unter anderem VML, Landor, Black Card und Verian beteiligt. Elemente der First Nations sind eingearbeitet: Kakadus haben eine starke Verbindung zum Land und gelten als Botschafter, die Bedeutung tragen und Menschen mit Ort, Geschichte und Zeremonie verknüpfen. Zudem wurden Farben und Motive im In- und Ausland getestet, auf Sympathie, Eigenständigkeit und Einprägsamkeit.
Stimmen zum Emblem
Komitee-Präsident Andrew Liveris sagt: „Emblems sind eine Chance, den besonderen Charakter von Spielen zu vermitteln und die Welt einzuladen, mehr zu erfahren, zu Besuch zu kommen, zu investieren und Teil eines einzigartigen Ereignisses zu sein.“ IPC-Präsident Andrew Parsons lobt: „Jedes Mal, wenn man sie ansieht, entdeckt man etwas anderes, kleine Details mit besonderer Bedeutung.“ Brisbanes Lord Mayor Adrian Schrinner beschreibt die Stadt hinter dem Design als „lebendig, widerstandsfähig, verbunden, freundlich, verspielt und ein bisschen frech“. Alle Zitate sind aus dem Englischen übertragen.
Was Designer daraus mitnehmen
Das Beispiel zeigt, wie ein Logo Wiedererkennung, geografische Verortung und kulturelle Aussage vereint. Wer mit Corporate-Design-Systemen arbeitet, findet in den zwei verwandten Vogelarten ein Modell für eng verbundene, aber getrennte Marken. Wie sich Identitätssysteme im Alltag bewähren, zeigt auch das neue Corporate Design der Deutschen Bahn. Das Maskottchen der Spiele folgt erst später.

