Apple Music hat seinen Markenauftritt grundlegend erneuert. Im September war zunächst nur eine fettere WortmarkeEine Wortmarke ist ein Markenzeichen, das ausschließlich aus einer besonders gestalteten Schreibweise des Markennamens besteht, ohne begleitendes Bildzeichen oder Symbol. Anders als eine Bildmarke oder eine kombinierte Wort-Bild-Marke setzt eine Wortmarke allein auf Typografie: Schriftwahl, Laufweite, Strichstärke und individuelle Anpassungen einzelner Buchstaben machen den Namen selbst zum unverwechselbaren visuellen Zeichen einer Marke. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Markenrecht, wo…
Weiterlesen: Wortmarke im Umfeld der Apple Music Hall aufgetaucht, wie bereits berichtet. Nun steht das komplette System: ein neues Notenlogo, eine überarbeitete Wortmarke, ein eigenes Sound-Logo und eine visuelle Sprache aus Wellen. Die Leitidee lautet „made by sound“.
Ein Logo, das tatsächlich aus Klang entstanden ist
Entwickelt wurde der Auftritt von der Agentur TBWA\Media Arts Lab gemeinsam mit dem Apple-Music-Team, dem Musikproduzenten Fred again.. und dessen Partner NEST Acoustics. Statt das Logo am Rechner zu zeichnen, wurde es mit praktischen Effekten erzeugt. Eine Komposition wurde in einzelne Töne zerlegt und über einen Transducer abgespielt, der Audiosignale in physische Schwingung umsetzt. Der Transducer lag in einem flachen Bad aus Mineralöl, dessen Zähflüssigkeit an bewegtes Glas erinnert. Die entstehenden Wellen, Ringe und Lichtbrechungen wurden direkt in der Kamera gefilmt. In dem Bad lagen außerdem Acryl-Versionen der Note und der Wortmarke, an denen sich das Licht auf der bewegten Oberfläche brach. Erste Tests zeigten dabei eine Grenze: Zu viele Töne oder zu hohe Tonlagen brachten so viel Bewegung ins Bild, dass das Logo kaum noch lesbar war. Das Ergebnis ist kein illustriertes Symbol, sondern die Aufzeichnung der Wirkung von Musik. Die Note bleibt als Form erkennbar, wirkt aber wie ein Objekt aus Glas, dessen Ränder in kurzen Farbblitzen aufleuchten, ähnlich Licht auf einem Ölfilm.
Neue Wortmarke in fetten Kleinbuchstaben
Die Wortmarke kombiniert weiterhin das Apple-Symbol mit dem Schriftzug „music“, nun durchgehend klein und in einer eigens angepassten, kräftigen Variante von SF Pro, Apples HausschriftEine Hausschrift ist die Schrift, die eine Organisation oder Marke verbindlich in ihrer gesamten Kommunikation einsetzt. Im Englischen spricht man von Corporate Typeface oder Corporate Font, wobei Typeface streng genommen das Schriftdesign und Font die konkrete Schriftdatei bezeichnet. Sie ist ein zentraler Bestandteil des Corporate Designs und sorgt dafür, dass Drucksachen, Websites, Präsentationen und Beschilderung einheitlich wirken. Neben Logo, Farben…
Weiterlesen: Hausschrift. Wellen laufen aus dem Apple-Symbol und dem Buchstaben c heraus und machen aus dem statischen Zeichen eine bewegte Signatur. Die Anmutung wirkt deutlich lauter als zuvor. Fachmedien sprechen von einem Retro-Look mit Y2K-Anleihen, der an Musikmagazine oder Kassettencover erinnert, und von einer Abkehr vom reinen Minimalismus.

Auch der Klang gehört zur Marke
Dieselben Aufnahmen bilden die Grundlage für eine neue Audio-Identität. Musiker und Ingenieure probierten Töne und Noten aus und beobachteten, wie die Flüssigkeit reagierte. Daraus entstand das Gerüst für ein Sound-Logo, dessen Komposition anschließend wieder in ein Wellenmuster übersetzt wurde. Bild und Ton stammen damit aus demselben Experiment. Apple hat die Entstehung in einem Making-of-Film dokumentiert, der zeigt, wie aus einer Frequenz im Versuchsaufbau das fertige Zeichen wird. Schon beim Apple-TV-Rebranding Ende 2025 setzte der Konzern auf diesen handgemachten Ansatz und knüpft hier erkennbar daran an.
Rollout: erst Inhalte und Events, dann Produkt
Der neue Auftritt erscheint zunächst in Original-Inhalten und im Eventprogramm von Apple Music, später folgen Marketing, Produkt und Live-Erlebnisse. Auch AußenwerbungOut-of-Home, häufig abgekürzt als OOH, bezeichnet Werbung, die Menschen außerhalb ihres Zuhauses im öffentlichen Raum erreicht. Dazu zählen klassische Plakatwände, City-Light-Poster, Großflächenplakate, Werbung an Bus- und Bahnhaltestellen, digitale Screens in Innenstädten sowie Werbeflächen in oder an Verkehrsmitteln. Der Begriff grenzt diese Formen bewusst von Medien ab, die Menschen zu Hause konsumieren, etwa Fernsehen, Print-Abonnements oder klassische Online-Werbung am eigenen Bildschirm.…
Weiterlesen: Außenwerbung zeigt die neue Handschrift, etwa als großflächige Plakate am Straßenrand. In der App kommt das neue Erscheinungsbild mit iOS 27.2, das laut Berichten in der kommenden Woche erwartet wird.

Das schwarz-weiße App-Icon spaltet
Bereits vor der Vorstellung hatte das Icon in iOS 27.2 für Diskussionen gesorgt. Das rund 13 Jahre alte rote Symbol wich einer schwarz-weißen Variante, im Dark Mode weiß auf Schwarz, mit stärker geneigter Note, ovaleren Notenköpfen und leichtem Schatten sowie Anklängen an Liquid Glass. Viele Nutzer finden es langweilig und beliebig, einzelne begrüßen den Abschied vom Rot. Wie viel Wellenlebendigkeit aus der Kampagne später in der statischen App-Oberfläche ankommt, bleibt offen, denn das Icon ist die zurückhaltende Seite des neuen Systems, während Film, Plakat und Sound-Logo die expressive Seite zeigen.
Von der Hall auf die ganze Marke
Die Wortmarke war zuerst an der Apple Music Hall in der Londoner Battersea Power Station zu sehen. Dass die Marke ihre Live-Orte als Bühne nutzt, zeigt sich auch an der Fassade des Kraftwerks, wo der Schriftzug als Lichtprojektion erscheint.

Für eine Marke, die Streaming, Live-Events, Originalproduktionen und Werbung unter einem Dach vereint, ist das ein stimmiger Ansatz: Das Zeichen lässt sich als Standbild, als Bewegtbild und als Klang einsetzen, ohne seine Herkunft zu verlieren. Damit setzt Apple Music auf ein Erscheinungsbild, das sich bewegt, hörbar ist und physisch entsteht, statt auf eine glatte, lautlose Marke.

