Die REWE Group hat ihren Markenauftritt grundlegend überarbeitet. Mit einem neuen Corporate DesignCorporate Design bezeichnet das einheitliche, visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation. Es umfasst alle gestalterischen Elemente, mit denen eine Marke nach außen und innen auftritt: Logo, Farbwelt, Typografie, Bildsprache, Icons sowie die Gestaltungsregeln, nach denen diese Elemente auf Geschäftsausstattung, Werbemitteln, Verpackungen, Websites und in Bahnhöfen, Filialen oder Fahrzeugen angewendet werden. Ziel ist es, ein Unternehmen auf den ersten Blick…
Weiterlesen: Corporate Design und einem geschärften Leitbild will der Kölner Handels- und Touristikkonzern erstmals sichtbar machen, was seine zwölf Einzelmarken, von Rewe über Penny bis zur DERTOUR Group, tatsächlich verbindet. Entwickelt hat den neuen Auftritt das Studio Jörn Beyer.
Ein Logo, das REWE und GROUP gleichberechtigt zeigt
Im Zentrum des Relaunch steht ein überarbeitetes Konzernlogo. Statt den Zusatz „Group“ wie bisher klein und untergeordnet neben den bekannten roten REWE-Schriftzug zu stellen, stehen „REWE“ und „GROUP“ im neuen Design gleichberechtigt nebeneinander. Die Gestaltung greift dabei bewusst Elemente der Markenhistorie auf und verbindet sie mit einem erweiterten FarbsystemEin Farbsystem ist die Gesamtheit der Farben, die ein Unternehmen oder eine Marke innerhalb ihres Corporate Designs verbindlich einsetzt, zusammen mit den Regeln, nach denen diese Farben kombiniert und angewendet werden. Anders als eine einzelne Markenfarbe, etwa ein bekanntes Rot oder Blau, umfasst ein Farbsystem meist eine ganze Palette: Primärfarben, Sekundärfarben, Akzenttöne sowie abgestufte Varianten in Helligkeit und Sättigung. Kern…
Weiterlesen: Farbsystem, das für deutlich mehr Flexibilität in der Anwendung sorgen soll, von der Mitarbeiterkommunikation bis zum Auftritt auf internationalen Märkten.
Ein klarer Schwerpunkt liegt auf digitaler und barrierefreier Kommunikation. Das neue System ist also nicht nur für den klassischen Unternehmensauftritt auf Papier gedacht, sondern von vornherein für Bildschirme, Apps und digitale Touchpoints mitgeplant, ein Ansatz, den inzwischen die meisten großen Corporate-Design-Relaunches deutscher Konzerne verfolgen.
Neue Farben, neue Formen, neue Haltung?
Wie konkret das erweiterte Farbsystem aussieht, zeigte die REWE Group bereits vorab auf LinkedIn. In einer mehrteiligen Slide-Reihe beantwortete der Konzern selbstironisch die Fragen, die ein Rebranding typischerweise auslöst: „Neue Farben?“, „Neue Formen?“, „Neue Haltung?“ Jede Antwort ist dabei in einem anderen Ton der neuen Palette gehalten: Petrolgrün, Gelb, Violett, ein kräftiges Rot und ein warmes Orange-Rot wechseln sich ab. Den Abschluss bildet ein Gruß auf Kölsch, „Maat et jot“, ein kleiner, aber bewusster Verweis auf die Herkunft des Unternehmens aus Köln.

Neues Leitbild als Fundament
Der visuelle Auftritt ist nur die sichtbare Seite eines umfassenderen Markenprozesses. Dahinter steht ein neues Leitbild, das die genossenschaftlichen Wurzeln des 1927 gegründeten Unternehmens betont: „Für ein besseres Leben. Gemeinsam. Genossenschaftlich. Für Generationen.“
„Die REWE GROUP wird getragen von Menschen, die Verantwortung übernehmen, gemeinsam anpacken und Zukunft gestalten. Unser neues Corporate Design gibt diesem besonderen Wir-Gefühl ein Gesicht.“, erklärt Ines Juen, Director Corporate Communications und Unternehmenssprecherin der REWE Group.

Zwölf Marken, ein gemeinsamer Auftritt
Zur REWE Group gehören neben der namensgebenden Supermarktkette unter anderem nahkauf, BILLA, ADEG, PENNY, IKI, BIPA, toom, REWE To Go, REWE express, Lekkerland sowie die DERTOUR Group. Diese Markenarchitektur aus vielen eigenständigen, teils sehr unterschiedlich positionierten Einzelmarken ist typisch für gewachsene Handelskonzerne, macht es aber schwierig, die dahinterliegende Dachmarke überhaupt erkennbar zu machen. Genau hier setzt der Relaunch an: Die einzelnen Marken bleiben eigenständig, sollen aber künftig klarer als Teil einer gemeinsamen Unternehmensfamilie erkennbar sein.
Mit rund 380.000 Mitarbeitenden, einem Gesamtaußenumsatz von über 100 Milliarden Euro im Jahr 2025 und einer Präsenz in 21 europäischen Ländern zählt die REWE Group zu den größten Handels- und Touristikkonzernen Europas, entsprechend aufwendig ist ein konzernweiter MarkenrelaunchRebranding bezeichnet die grundlegende Neugestaltung des Markenauftritts eines Unternehmens, einer Organisation oder eines Produkts. Anders als ein einfaches Redesign, bei dem meist nur einzelne visuelle Elemente wie ein Logo oder eine Farbpalette aktualisiert werden, geht Rebranding typischerweise tiefer: Es verändert nicht nur, wie eine Marke aussieht, sondern auch, wofür sie steht, wie sie kommuniziert und wie sie von Kundinnen, Mitarbeitenden…
Weiterlesen: Markenrelaunch dieser Größenordnung.
Schrittweiser Rollout statt großem Knall
Anders als bei vielen Rebrandings setzt die REWE Group bewusst nicht auf einen abrupten Komplettaustausch aller Materialien. Der Rollout läuft seit dem 1. Oktober 2026 schrittweise und orientiert sich an den regulären Erneuerungszyklen der einzelnen Anwendungen. Altes und neues Design werden deshalb eine Zeit lang parallel sichtbar sein, bestehende Materialien werden weiterverwendet und erst nach und nach ersetzt.
Dieses ressourcenschonende Vorgehen spart nicht nur Kosten, es verhindert auch, dass noch funktionsfähiges Material vorzeitig entsorgt werden muss, ein Aspekt, der bei Corporate-Design-Relaunches dieser Größenordnung zunehmend mitgedacht wird.
Ein Trend unter großen deutschen Konzernen
Die REWE Group reiht sich mit dem Schritt in eine ganze Serie aktueller Markenauftritte großer deutscher Unternehmen ein. Erst wenige Tage zuvor hatte etwa HUK24 seinen Markenauftritt digitalisiert, zuvor hatten unter anderem die Deutsche Bahn und zahlreiche weitere Konzerne ihr Corporate Design überarbeitet. Gemeinsam ist den meisten dieser Relaunches der Fokus auf digitale Anwendbarkeit, flexible Farbsysteme und eine klarere MarkenarchitekturMarkenarchitektur bezeichnet das strukturelle System, nach dem ein Unternehmen seine Marken, Submarken, Produktlinien und Geschäftsbereiche zueinander in Beziehung setzt. Sie legt fest, wie sichtbar der Bezug zwischen einer Hauptmarke und ihren einzelnen Bereichen ist, und schafft damit Klarheit sowohl für Kundinnen und Kunden als auch für interne Teams, die die Marke im Alltag anwenden. Im Kern beantwortet Markenarchitektur eine einfache,…
Weiterlesen: Markenarchitektur, Themen, die angesichts wachsender internationaler Geschäftsfelder und zunehmend digitaler Kommunikationskanäle für große Konzerne kaum noch zu umgehen sind.
Für die REWE Group ist der neue Auftritt damit auch ein strategisches Signal nach innen und außen: Ein Konzern, der in den vergangenen Jahren durch Zukäufe und internationale Expansion spürbar komplexer geworden ist, zeigt sich nun mit einem Gesicht, das die vielen einzelnen Marken sichtbar zusammenhält.
Ob die neue Dachmarkestatus: publish Eine Dachmarke ist eine übergeordnete Marke, unter der mehrere Produkte, Dienstleistungen oder Organisationseinheiten gemeinsam auftreten. Statt für jeden Bereich eine eigenständige Marke mit eigenem Namen und eigenem Erscheinungsbild zu entwickeln, bündelt eine Dachmarke die gesamte Vielfalt eines Unternehmens oder einer Institution unter einem einheitlichen visuellen und kommunikativen Dach. Das Prinzip lässt sich in nahezu jeder Branche beobachten. Unternehmen…
Weiterlesen: Dachmarke bei Kundinnen und Kunden tatsächlich stärker wahrgenommen wird, dürfte sich erst zeigen, wenn das neue Design in den kommenden Monaten und Jahren schrittweise in den Märkten, auf Fahrzeugen und in der digitalen Kommunikation sichtbar wird. Angesichts der schieren Größe der REWE Group, mit zwölf Marken und Millionen Kundenkontakten täglich, ist der Relaunch jedenfalls einer der größten Corporate-Design-Prozesse, die ein deutscher Handelskonzern in den vergangenen Jahren durchlaufen hat.




