Das multidisziplinäre Designbüro bauer – konzept & gestaltung sieht sich als Schnittstelle zwischen der Designcommunity und einer immer stärker für Design interessierten Öffentlichkeit. Dieser entgegenzukommen, Laien Einblick in die Gestaltungswelt zu geben, Formensprache und Arbeitsweise zu erklären, und Design auch in alltäglichem Kontext zu präsentieren, ist der integrative Ansatz von bauer – konzept & gestaltung.

Das Selbstverständnis, aus der in sich geschlossenen Community herauszutreten, und auch vernetzende Vermittlungsarbeit zu betreiben, resultierte in den letzten Jahren in impulsgebenden Projekten wie dem Schaulabor in der Kunsthalle am Karlsplatz, in dem GestalterInnen an aktuellen Projekten öffentlich arbeiteten und so den Designprozess während der Vienna Design Week 2009 transparent machten; oder der Initiative Was braucht die Welt, einem öffentlichen Aufruf an alle GestalterInnen, ihre gesellschaftsgestaltende Kraft zu hinterfragen und eigenständige Beiträge für sinnvolles und notwendiges Design zu liefern.

Erst durch Typografie bekommen Botschaften ihren eigenen Charakter. Die Typopassage ist der richtige Ort, an dem dieses – meist unbewusst wahrgenommene – Kulturgut neu erlebt werden kann. (Erwin K. Bauer)

Typopassage Wien

Typopassage: Katalogautomat

Typopassage: Katalogautomat

Eine weiteres Projekt von bauer – konzept & gestaltung , das sich der Vermittlung verschreibt, ist die Typopassage Wien, die 2009 gemeinsam mit dem quartier21 initiiert wurde. Die Typopassage Wien zeigt die Schritte einer typografischen Gestaltung von der ersten konzeptionellen Idee bis zum finalen Schriftsatz mit jährlich drei unterschiedlichen Positionen von internationalen, zeitgenössischen GestalterInnen. Kuratiert vom Designbüro bauer – konzept & gestaltung, passiert hier im Hof des MuseumsQuartiers eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit Typografie im öffentlichen Raum.

In fünf, in der Passage installierten Vitrinen sind wechselnde Arbeiten zu sehen, die begleitenden Kataloge können vor Ort für 2,- € Tag und Nacht erworben werden. Die frei zugängliche Ausstellungsreihe zeigt experimentelle typografische Gestaltungen von jungen und auch etablierten GrafikerInnen und richtet sich an all jene, die Interesse an Designprozessen haben – oder mit offenen Augen durch die Stadt gehen. Den Auftakt machte die permanente Deckengestaltung des spanischen Grafikers Alex Trochut (Barcelona).

Die zweite Ausstellung des Mikromuseums für Gestaltung von und mit Schrift stammt von Ariane Spanier aus Berlin. Spanier konzentriert sich als freiberufliche Grafikdesignerin vor allem auf Projekte im Kultursektor. Neben der Gestaltung von Kunstkatalogen und Büchern interessiert sie besonders die konzeptuelle Arbeit an visuellen Erscheinungsbildern und die Entwicklung von Corporate Identities, Logos und Webseiten für den Kreativbereich.

Ariane Spanier: BodyWash

Ariane Spanier: BodyWash (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Dabei dienen ihr Buchstaben und Schrift als Rohmaterial für ihre handwerklichen Experimente. Sie schneidet, faltet und klebt illustrative Sujets, die sich am Papier und im Raum zu überraschenden typografischen Kompositionen formieren. Spanier generiert dadurch oftmals bühnenhafte Setting Designs, in denen Buchstaben und Schrift eine tragende Rollen spielen.

Wäre meine Arbeit nicht spielerisch, dann wäre sie viel zu ernsthaft. (Ariane Spanier)

Ihre Projekte werden von 1. Juni – 30. September 2010 in der Typopassage / MuseumsQuartier Wien präsentiert.

TYPOPASSAGE WIEN
Mikromuseum für Gestaltung von und mit Schrift
MuseumsQuartier Wien / Durchgang zwischen Hof 1 und Hof 2

Vernissage ARIANE SPANIER
1. Juni 2010, 17.00 Uhr

typopassage.at
arianespanier.com
erwinbauer.com

in Kooperation mit quartier21