Der Rat für Formgebung und der German Design Award – Die Geschichte des Designs nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt 1953 mit der Gründung zweier richtungsweisender Institutionen: Die eine ist die Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm) unter der Ägide von Otl Aicher, Inge Aicher-Scholl, Max Bill und anderen. Sie galt als inoffizieller Nachfolger der von den Nationalsozialisten geschlossenen Bauhaus-Schule, die Verbindungen zu Walter Gropius waren von Anfang an eng. Trotz zahlreicher prägender Entwürfe der Gestaltungsschmiede blieb ihr ein langes Wirken verwehrt. 1968 musste sie ob der drückenden Schuldenlast schließen.

Die zweite Institution, die für die Designentwicklung der bundesdeutschen Nachkriegszeit nicht minder tonangebend war, existiert bis heute und blickt inzwischen auf eine beachtliche Tradition: Der Rat für Formgebung wurde 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestages gegründet mit dem dezidierten Auftrag, die deutsche Designlandschaft als relevanten Wirtschafts- und Kulturfaktor zu fördern.

Erste Geschäftsführerin wurde die Designtheoretikerin Mia Seeger, die schon in den 1920er Jahren für den Werkbund Ausstellungen verantwortete. Eine der ersten Aktivitäten war die Konzeption der Ausstellung des deutschen Beitrags auf der 10. Mailänder Triennale unter Federführung des Architekten Egon Eiermann, der auf vielfältige Weise mit dem Rat verbunden war. Unter der Ägide von Designlegende Dieter Rams, elf Jahre Präsident des Rat für Formgebung (1987-97), zog die Institution von Darmstadt in die Metropole Frankfurt. Hauptgeschäftsführer seit 1999 ist Andrej Kupetz.

Heute ist der Rat für Formgebung eines der führenden Kompetenzzentren für Kommunikation und Markenführung im Bereich Design und Innovation weltweit. Organisiert als gemeinnützige Stiftung gehören dem Netzwerk der Stiftungsmitglieder neben Wirtschaftsverbänden und Institutionen insbesondere die Inhaber und Markenlenker namhafter Unternehmen an.

Mit seinen Wettbewerben, Ausstellungen, Konferenzen, Seminaren und Publikationen sowie unterschiedlichen Formen der Design-Nachwuchsförderung leistet er einen entscheidenden Beitrag zum Wissenstransfer rund um das Thema Design, Innovation und Marke.

Gold für Bergmann Studios beim German Design Award 2018 für die Plakatgestaltung »Günter Woyte Farewell – Ü of Günter«

Gold für Bergmann Studios beim German Design Award 2018 für die Plakatgestaltung »Günter Woyte Farewell – Ü of Günter«

German Design Award:
Exzellentes Produkt- und Kommunikationsdesign und Nachwuchsförderung

Mit dem German Design Award bietet der Rat für Formgebung der designorientierten Wirtschaft das passende Instrument an, um sich im Wettbewerb zu positionieren. Der kontinuierliche Zuwachs der Bewerberzahlen und die Tatsache, dass sich zunehmend auch internationale Projekte um die Auszeichnung bewerben, ist ein sprechendes Zeichen für die Relevanz der Auszeichnung und ihren kommunikativen Wert für die Preisträger.

Aus erfolgreichen werden ausgezeichnete Arbeiten: BALLHAUS WEST | Agentur für Kampagnen GmbH wurden mit ihrer Kampagne Kein Raum für Missbrauch: Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ als Winner ausgezeichnet.

Aus erfolgreichen werden ausgezeichnete Arbeiten: BALLHAUS WEST | Agentur für Kampagnen GmbH wurden mit ihrer Kampagne Kein Raum für Missbrauch: Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ als Winner ausgezeichnet.

Die fünf Newcomer-Finalisten präsentieren ihre Ideen von morgen und vernetzen sich mit der Branche.

Die fünf Newcomer-Finalisten präsentieren ihre Ideen von morgen und vernetzen sich mit der Branche.

Der German Design Award wird nicht nur von Architekten, Designern und Herstellern als wichtige Auszeichnung für ihre Leistungen betrachtet, sondern zudem von einem breiten medialen Interesse begleitet. Inzwischen zählt der Award zu den weltweit anerkanntesten Wettbewerben seines Faches. Er gilt als Gütesiegel der relevantesten zeitgenössischen Entwicklungen und Gestaltungstrends.

Die 45-köpfige Jury entscheidet über die Auszeichnungen „Special Mention“, „Winner“ und „Gold“.

Der Wettbewerb ist in die Segmente „Excellent Product Design“ und „Excellent Communications Design“ aufgeteilt. Auf den Design-Nachwuchs warten die dotierten Sonderpreise des „German Design Award Newcomer“. Außerdem wird mit dem „German Design Award Personality“ das Lebenswerk einer herausragenden Designerpersönlichkeit gewürdigt.

Die Teilnehmer der Endrunde dürfen sich auf die Präsentation ihrer Arbeiten im Rahmen der Ausstellung im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt, respektive auf der Ambiente Messe in Frankfurt freuen.

Mit der neuen Kategorie „Classics & Re-Editions“ im Excellent Product Design prämiert der Rat für Formgebung dieses Jahr erstmals auch Produkte, die durch ihr zeitloses Design überzeugen oder einen Designklassiker weiterdenken und -entwickeln.

Als Auslober besitzt der Rat für Formgebung Vertrauen und hohe Glaubwürdigkeit als neutrale und übergeordnete Institution. In seinen Jurys sind international führende Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis in den Bereichen Architektur, Design, Journalismus und Industrie vertreten, sie definieren die Kriterienarbeit des Rat für Formgebung.

Allein im letzten Jahr fanden sich in den Wettbewerbsgremien so prägende Gestaltungskoryphäen wie Stephen Burks, Konstantin Grcic, Erik Spiekermann und Stefano Giovannoni. Sie alle untermauern die übergeordnete Stellung des Rat für Formgebung im aktuellen Designdiskurs.

Neue Preiskategorie 2019:
Designklassiker und Re-Editionen

Gerade die Auszeichnung für „Classics & Re-Editions“ eröffnet im Jahr 2019 eine weitere vielversprechende Dimension und beweist, wie sich der German Design Award über die Jahre zeitgemäß weiterentwickelt: Nicht nur die genuine Innovation als einmalige Leistung ist preiswürdig, sondern auch die oft jahrelange Auseinandersetzung mit Entwürfen, die zu behutsamen und nicht selten kongenialen Neuinterpretationen von Designikonen führen. Denn diese Arbeit führt schließlich dazu, weshalb wir mit geänderten Nutzungskonventionen so manchen Designklassiker weiterhin als funktional, ansprechend und eben: zeitlos begreifen.

Seit Jahrzehnten fördert der Rat für Formgebung die wichtigsten Architekten und Gestalter ihrer Zeit, umgekehrt prägten viele führende Gestalter dessen Programm. In gewisser Weise schließt sich mit der Einführung der Kategorie „Classics & Re-Editions“ für den Rat für Formgebung auch ein Kreis. Mit seinem inzwischen 65-jährigen Bestehen scheint es mehr als angemessen, einen Blick zurück zu werfen und die Designgeschichte zu reflektieren – eine Geschichte, die der Rat für Formgebung selbst zu einem nicht unwesentlichen Teil mit aufgebaut hat.

Dass der Rat für Formgebung mit Ausstellungen, Konferenzen, Beratungsleistungen, Publikationen und Preisen differenziert und vielfältig aufgestellt ist, unterstreicht , dass die Verleihung des German Design Award die prestigeträchtigste Designveranstaltung des Jahres ist. Damit ist der Rat für Formgebung seinem Gründungsgedanken bis heute treu geblieben: Design als Wirtschafts- und Kulturfaktor zu fördern und neue gestalterische Entwicklungen zu ermöglichen.

Noch nicht nominiert? Interessierte können Projekte und Produkte hier auch selbst für eine Nominierung vorschlagen.

Fakten zum German Design Award 2019

Der internationale Premiumpreis des Rat für Formgebung
Die Anmeldephase läuft bis zum 13. Juli 2018

Die Preisverleihung findet am 8. Februar 2019 in Frankfurt statt

www.german-design-award.com

Fotos: German Design Award