Dieser Tage hat sich eine Freundin von mir, als wir uns gemeinsam abends durch einen recht wenig beleuchteten Parkabschnitt in Köln Ehrenfeld bewegten, nicht wenig erschreckt, als wir um eine Biegung liefen und uns unvermittelt eine Litfasssäule mit dem rechts abgebildeten Plakat entgegen »lachte«. Vielmehr wollte sich ein Lächeln nicht wirklich einstellen, da meine Bekannte vielmehr den Eindruck hatte, sich gegen einen Angreifer mit Kapuze verteidigen zu müssen, der mit einer Waffe auf sie zielte. Tatsächlich ist das Bild mit dem unscharfen Blumenstrauß, dem – auf Plakatwänden – zur Erwachsenengröße mutierten Kind und dessen Kapuzenkleidung eher dazu angetan, kurzzeitig Schrecken zu erzeugen, als die Hilfsbereitschaft zu wecken. Zumindest im Halbdunkel.
Mal wieder fragt sich der Autor, wieso erneut grandios viel Geld für schlecht gestaltete und dann auch noch wenig gut handhabbare Werbung ausgegeben wurde, die dann wahrscheinlich verhältnismäßig kaum mehr Gewinn verspricht, als dieser Artikel hier. Nun ja, ich sehe es als Spende für das Müttergenesungswerk, Euch nun auf dieses wundervolle Plakat hingewiesen zu haben, zusammen mit der grundsätzlichen Bitte, Hilfsbedürftigen zu helfen. Denn darum heißen sie ja Hilfsbedürftige, nicht wahr? Vielleicht schießen sie das nächste Mal auch nicht auf uns, sei es auch nur in der verzerrten Wahrnehmung eines lauen Sommerabends.

