Plakat für das Müttergenesungswerk

Dieser Tage hat sich eine Freundin von mir, als wir uns gemeinsam abends durch einen recht wenig beleuchteten Parkabschnitt in Köln Ehrenfeld bewegten, nicht wenig erschreckt, als wir um eine Biegung liefen und uns unvermittelt eine Litfasssäule mit dem rechts abgebildeten Plakat entgegen »lachte«. Vielmehr wollte sich ein Lächeln nicht wirklich einstellen, da meine Bekannte vielmehr den Eindruck hatte, sich gegen einen Angreifer mit Kapuze verteidigen zu müssen, der mit einer Waffe auf sie zielte. Tatsächlich ist das Bild mit dem unscharfen Blumenstrauß, dem – auf Plakatwänden – zur Erwachsenengröße mutierten Kind und dessen Kapuzenkleidung eher dazu angetan, kurzzeitig Schrecken zu erzeugen, als die Hilfsbereitschaft zu wecken. Zumindest im Halbdunkel.

QR-Code für das Müttergenesungswerk

QR-Code

Das Plakat ist somit doch alles andere als gelungen, fehlen doch darüber hinaus sogar sinnhafte Informationen, die dem ein oder anderen Mitmenschen wenigstens bei Tageslicht besehen den ein oder anderen Euro aus der Tasche leiern könnten. Wofür wird gespendet? Für lachende Mütter? Im Allgemeinen? Für caritative Dienste? Erschreckende Werbung, damit Mama wieder lacht? Ach, das Müttergenesungswerk! – steht ja klein unten in der Ecke. Wie nur könnte man so etwas übersehen? Und in der Tat ist sogar oben rechts ein Link angebracht, über den einer der zigmillionen Smartphone-Besitzer vielleicht sogar von unterwegs gerade mal schnell einen Euro hätte anweisen können. QR-Codes gehören inzwischen zum Standard. Wurden meine Vorstöße um das Jahr 2002 herum, Marketing mit Unterstützung von QR-Codes zu betreiben, teilweise noch belächelt, gibt es heute kaum mehr ein Geschäft oder Plakat, das sich – insofern es über eine entsprechende Informationsvielfalt im Netz verfügt – den QR-Code nicht »leisten« könnte und würde. Gerade bei einer solchen Domain, wie »muettergenesungswerk.de« eine durchweg sinnvolle Angelegenheit. Na ja, ich bin so frei und spendiere der Organisation schnell mal einen Code, wie oben zu sehen. Falls er hochauflösend von Nöten sein sollte, liebe Verantwortliche, so helfe ich gerne, einen druckfähigen Code zu erzeugen.

Mal wieder fragt sich der Autor, wieso erneut grandios viel Geld für schlecht gestaltete und dann auch noch wenig gut handhabbare Werbung ausgegeben wurde, die dann wahrscheinlich verhältnismäßig kaum mehr Gewinn verspricht, als dieser Artikel hier. Nun ja, ich sehe es als Spende für das Müttergenesungswerk, Euch nun auf dieses wundervolle Plakat hingewiesen zu haben, zusammen mit der grundsätzlichen Bitte, Hilfsbedürftigen zu helfen. Denn darum heißen sie ja Hilfsbedürftige, nicht wahr? Vielleicht schießen sie das nächste Mal auch nicht auf uns, sei es auch nur in der verzerrten Wahrnehmung eines lauen Sommerabends.

muettergenesungswerk.de