Kaum ein Element in der Hotellerie steht täglich so unter Druck wie Boden und Wand. Doch die wenigsten Hoteliers denken bei der Planung konsequent über die Eröffnung hinaus. Warum das ein teurer Fehler sein kann – und wie fugenlose Systeme Design und Betrieb langfristig verbinden.
Wenn Ästhetik auf Betriebsrealität trifft
Renderings wirken ruhig, klar, zeitlos. Die Realität in Hotels und Wellnessbetrieben sieht anders aus: Rollkoffer, Reinigungschemie, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen – Tag für Tag, rund ums Jahr. Wand- und Bodenflächen treffen diesen Alltag mit voller Wucht.
„Viele Projekte werden noch immer für den Moment der Eröffnung gedacht”, sagt Maurizio Pontello, Mitgründer von Ideal Work, einem der führenden Hersteller fugenloser Oberflächensysteme aus dem italienischen Venetien. Die eigentliche Bewährungsprobe beginne jedoch erst im laufenden Betrieb.
Zeitgemäßes Design erhöht den Druck auf Oberflächen
Der aktuelle Trend zu reduzierter, puristischer Hotelarchitektur – wenige Materialien, klare Linien, ruhige Flächen – klingt nach Entlastung. Das Gegenteil ist der Fall: Je minimalistischer das Design, desto sichtbarer werden Fugen, Abnutzung und Übergänge.
„Wir sehen Design und Funktion nicht als Gegensätze”, erklärt Pontello. „Eine Oberfläche, die den Alltag nicht aushält, ist aus unserer Sicht kein gutes Design – egal, wie stark sie inszeniert ist.”
Fugenlos als strategische Antwort
Genau hier gewinnen fugenlose Systeme an Bedeutung. Sie schaffen visuelle Ruhe, eliminieren konstruktive Schwachstellen und erleichtern Reinigung sowie Pflege deutlich.
„In hochfrequentierten Bereichen ist Dauerhaftigkeit kein technisches Detail, sondern Teil des architektonischen Konzepts”, so Luca Seminati, ebenfalls Mitgründer von Ideal Work.
Praxisbeispiel: Eriro Alpine Hotel
Das Eriro Alpine Hotel zeigt, wie sich dieser Anspruch konkret umsetzen lässt. In zentralen Bereichen – Wellnesszone, Lounge, Restaurant – kommen fugenlose Microtopping®-Böden zum Einsatz. In den Badezimmern ergänzen sie Waschtische und ausgewählte Wandflächen.
Natürliche Materialien wie Holz, Stein und Wolle werden mit den glatten, nahtlosen Flächen kombiniert. Die ruhige Ästhetik des Hauses funktioniert langfristig – weil die Oberflächen auch unter Dauerbelastung stabil bleiben.
Wirtschaftlichkeit beginnt bei der Materialwahl
Die Wahl des Oberflächensystems ist längst auch eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Wartungsaufwand, Renovierungszyklen und Betriebssicherheit hängen direkt davon ab.
„Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: Wie sieht es zur Eröffnung aus? Sondern: Wie verhält sich diese Fläche nach fünf oder zehn Jahren im Betrieb?”, formuliert Pontello den Perspektivwechsel, den er bei Auftraggebern zunehmend beobachtet.
Neben Microtopping® gewinnt mit Solidro ein weiteres fugenloses System an Relevanz – speziell ausgelegt für Bereiche mit besonders hoher Beanspruchung, intensiven Reinigungszyklen und dauerhafter Feuchtigkeitseinwirkung.
Gute Architektur zeigt sich im Alltag
„Gute Hotelarchitektur zeigt sich nicht am ersten Tag, sondern im Alltag”, fasst Seminati zusammen. Oberflächen sind kein Dekorelement mehr – sie sind integraler Bestandteil eines Systems, das täglich funktionieren muss.
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