Color-Blocking trifft auf Materialtextur
Im Berliner Stadtteil Schöneberg hat das Architekturbüro Bruzkus Greenberg ein außergewöhnliches gastronomisches Konzept realisiert. Das Flagship-Restaurant Flip-N-Fry setzt auf eine mutige Farbstrategie, die den 120 Quadratmeter großen Raum in lebendige Zonen unterteilt und eine unverwechselbare Markenidentität schafft.
Räumliche Identität durch kontrastreiche Farbzonen
Die Architekten Ester Bruzkus und Peter Greenberg nutzten Color-Blocking als zentrales Gestaltungselement. Strahlendes Gelb dominiert den Bestell- und Hauptessbereich, während Terrakotta die Abholzone und Küche kennzeichnet. Eine terrakottafarbene Decke verbindet diese Bereiche optisch miteinander. Ein intensives Blau markiert den Schwellenbereich zwischen Außen und Innen und rahmt einen großzügigen Familientisch im Erker. „Es sind nicht nur die Farben, es sind die Texturen”, erklärt Partnerin Ester Bruzkus.
Historische Substanz neu interpretiert
Das Restaurant befindet sich in einem denkmalgeschützten Berliner Ensemble aus der Jahrhundertwende. Die ursprüngliche Ladenfläche war lang, schmal und ohne natürliches Licht aus dem rückwärtigen Bereich. Eine Schlüsselentscheidung war die Wiederherstellung des historischen Haupteingangs an der Seite, wodurch der ehemalige Eingangsbereich im Erker zum Familienbereich mit eigenem Tisch und Pendelleuchte wurde.
Materielle Vielfalt statt Monotonie
Anders als bei herkömmlichen Branding-Ansätzen setzten die Architekten auf die Sichtbarkeit unterschiedlicher Materialtexturen. Holzpaneele wurden gelb gebeizt statt lackiert, sodass die natürliche Maserung der Seekiefer erhalten blieb. Der hochglänzende Epoxidharzboden reflektiert das Lichtmuster, während matte Mosaikfliesen in Terrakotta dem Tresen materielle Tiefe verleihen. Eine durchlaufende Datumlinie aus Edelstahl verbindet alle Einbauten horizontal.
Lichtgestaltung als Markenzeichen
Die Deckenbeleuchtung folgt einem prägnanten grafischen Muster, das bereits von der Straße durch die vergrößerten Fenster sichtbar ist. „Die Beleuchtung formt ein grafisches Raster und prägt das Erscheinungsbild des Restaurants”, betont Partner Peter Greenberg. Diese charakteristische Lichtgestaltung soll auch für zukünftige Standorte der Hamburger-Kette markenprägend werden.
Maßgefertigte Einbauten für intuitive Wegeführung
Die Sitzbänke kombinieren gelb gebeiztes Holz mit terrakottafarbenem Cord und Edelstahl – ein bewusstes Spiel aus hart und weich, matt und glänzend. Die festen Einbauten strukturieren den Raum, schaffen intuitive Wegeführung und machen das Restaurant zu einem familienfreundlichen, wiederholbaren Erlebnis.
Das 2025 fertiggestellte Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Studio DeSchutter für die Lichtplanung realisiert. Die Fotodokumentation stammt von Pion Studio.
0 Kommentare