Ein Farbmodell wie RGB oder CMYK beschreibt das mathematische System, mit dem sich Farben mischen und angeben lassen. Ein Farbraum wie sRGB oder PSO Coated v3 ist die konkrete Ausprägung eines solchen Modells mit einem definierten Farbumfang, dem sogenannten Gamut. Der Gamut bezeichnet die Menge der Farben, die ein Gerät oder Verfahren überhaupt wiedergeben kann. Für die Gestaltung ist das wichtig, weil dieselbe Farbe auf Bildschirm und Papier unterschiedlich aussehen kann.

Das RGB-Modell arbeitet additiv: Rot, Grün und Blau werden als Licht gemischt, und mit allen drei Anteilen in voller Stärke entsteht Weiß. Es kommt bei Monitoren, Smartphones, Fernsehern und Kameras zum Einsatz. Verbreitete RGB-Räume sind sRGB als Standard für das Web, Adobe RGB mit größerem Umfang für Fotografie und Display P3, den viele aktuelle Geräte unterstützen.

Schematischer Vergleich der Farbräume sRGB, Adobe RGB und Display P3
Grafik: designbote.com

Das CMYK-Modell arbeitet subtraktiv: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, das K für Key, werden als Druckfarben auf Papier übereinandergelegt und absorbieren Licht. Es wird im Offset- und Digitaldruck genutzt. Der CMYK-Farbumfang ist in einigen Bereichen kleiner als der von RGB, besonders bei leuchtenden Blau-, Grün- und Orangetönen. Reine Neonfarben lassen sich daher im Druck oft nur mit Sonderfarben wie Pantone oder HKS erreichen.

Damit Farben zwischen Geräten konsistent bleiben, kommen ICC-Profile zum Einsatz. Sie beschreiben, wie die Farbwerte eines Geräts oder Druckverfahrens zu interpretieren sind, und ermöglichen eine kontrollierte Umrechnung zwischen Räumen. Für den Offsetdruck sind in Europa Profile wie PSO Coated v3 für gestrichenes und PSO Uncoated v3 für ungestrichenes Papier verbreitet, die den Standards der Druckindustrie entsprechen. Die Druckerei gibt in der Regel vor, welches Profil zu verwenden ist.

In der Praxis sollten Dateien im passenden Farbraum angelegt werden. Für Webinhalte und Bildschirmpräsentationen genügt meist sRGB. Für Druckdaten bietet sich ein Aufbau in RGB mit späterer Umwandlung oder direkt in CMYK an, je nach Arbeitsablauf. Eine Konvertierung von RGB nach CMYK führt häufig zu matteren Farben, weil der Farbumfang kleiner ist. Deshalb empfiehlt sich, kritische Farben früh zu prüfen und gegebenenfalls Proofs zu bestellen.

Typische Fehler sind das Mischen von Farbräumen im selben Dokument, das Weglassen eingebetteter Profile und die Annahme, am Bildschirm angezeigte Farben entsprächen exakt dem Druckergebnis. Ein kalibrierter Monitor und ein klarer Farbmanagement-Ablauf verringern diese Abweichungen.

Auch für Logos ist der Farbraum relevant: Ein Logo sollte in Varianten für Bildschirm und Druck vorliegen, damit die Markenfarbe überall möglichst gleich erscheint.

Neben RGB und CMYK gibt es weitere Systeme. Der Lab-Farbraum beschreibt Farben unabhängig von Geräten und dient als Referenz für Umrechnungen. HSB und HSL sind keine eigenständigen Modelle, sondern alternative Darstellungen von RGB, die Farben nach Farbton, Sättigung und Helligkeit ordnen und für die Auswahl am Bildschirm besonders intuitiv sind. Für Markenfarben werden häufig Sonderfarben mit Referenzsystemen wie Pantone oder HKS definiert, aus denen dann Näherungswerte für Bildschirm und CMYK abgeleitet werden. In den Brand Guidelines sollten alle Werte aufgeführt sein, damit Agenturen und Druckereien auf derselben Grundlage arbeiten. Wichtig ist außerdem, Dokumente mit eingebettetem Profil zu speichern, damit Programme die Farbwerte korrekt interpretieren.