Der German Design Award geht mit einer geschärften Bewertungsperspektive in die Ausgabe 2027. Unter dem Leitgedanken „Connecting Global Excellence” bringt der Wettbewerb internationale Sichtweisen auf Gestaltung zusammen und macht sichtbar, wie Design heute wirkt. Neu ist vor allem, wie stark Kriterien wie Circular DesignCircular Design bezeichnet einen Gestaltungsansatz, bei dem Produkte, Verpackungen und Systeme von Anfang an so entwickelt werden, dass Materialien möglichst lange im Kreislauf bleiben, statt nach kurzer Nutzung zu Abfall zu werden. Der Ansatz überträgt die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft auf die Gestaltungspraxis und stellt damit nicht das einzelne, fertige Produkt in den Mittelpunkt, sondern dessen gesamten Lebenszyklus von der Rohstoffgewinnung... und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in die Bewertung einfließen.
Design wirkt: der Kontext rückt in den Fokus
Während viele Wettbewerbe weiterhin stark auf das einzelne Objekt fokussieren, setzt der German Design Award konsequent am Kontext an. Entscheidend ist demnach nicht nur, wie etwas gestaltet ist, sondern wie es funktioniert, im Gebrauch, im Prozess, im System. Diese Perspektive prägt zunehmend auch das Verständnis von Service Design: Produkte werden als Teil von Services verstanden, Kommunikation wird zu Interaktion, Räume werden zu Abläufen. Gestaltung zeigt sich damit nicht mehr nur im fertigen Objekt, sondern im gesamten Nutzungserlebnis.
Circular Design als fester Bewertungsmaßstab
Ein zentrales Element der Bewertungskriterien ist Circular Design. Langlebigkeit, Reparierbarkeit und funktionierende Materialkreisläufe bilden die Grundlage, an der eingereichte Projekte gemessen werden. Teilnehmende müssen zeigen, wie ihre Arbeiten Ressourcen einsetzen und wie sie die Nutzungsdauer von Produkten und Systemen verlängern. Dieser Ansatz ist beim German Design Award keine kurzfristige Reaktion auf aktuelle Debatten, sondern seit der Einführung einer eigenen Circular-Design-Kategorie vor vier Jahren fest im Wettbewerb verankert und wurde gemeinsam mit Partnern wie dem Wuppertal Institut kontinuierlich weiterentwickelt und geschärft.
Künstliche Intelligenz verändert Entwurfsprozesse
Auch technologische Entwicklungen verschieben die Anforderungen an eingereichte Projekte. Künstliche Intelligenz erweitert nach Einschätzung der Award-Verantwortlichen die Möglichkeiten von Entwurfsprozessen erheblich, wirft zugleich aber neue Fragen zu Verständlichkeit und Kontrolle auf. Für Gestalterinnen und Gestalter bedeutet das: Der Einsatz von KI-Werkzeugen im eigenen Prozess wird zunehmend selbst zum Gegenstand gestalterischer Reflexion, nicht nur zum reinen Produktionsmittel.
Hinzu kommt eine soziale Dimension, die bei der Bewertung stärker berücksichtigt wird als in früheren Jahren. Zugänglichkeit, Teilhabe und gesellschaftliche Wirkung gelten inzwischen ausdrücklich als Teil der gestalterischen Qualität eines Projekts, nicht mehr nur als wünschenswerte Zusatzeigenschaft.
Wer einreichen kann und was der Award bietet
Am German Design Award können sich Unternehmen, Agenturen, Designerinnen und Designer sowie Architekturbüros aus aller Welt beteiligen. Wer einreicht, positioniert sich damit auch strategisch: Ausgezeichnete Projekte werden über kuratierte Kanäle, Medienpartnerschaften und digitale Plattformen des Awards sichtbar gemacht. Gleichzeitig eröffnet die Teilnahme Zugang zu einem internationalen Netzwerk aus Design, Wirtschaft und Medien, das über die reine Auszeichnung hinaus Sichtbarkeit und Anschlussmöglichkeiten schafft.
Wichtige Termine im Überblick
Die feierliche Award Show des German Design Award 2027 findet am 29. Januar 2027 in Frankfurt am Main statt. Dort werden die eingereichten und prämierten Projekte einem internationalen Fachpublikum aus Design, Wirtschaft und Medien präsentiert, begleitet von einem Rahmenprogramm rund um aktuelle Gestaltungsfragen.
Fortsetzung einer etablierten Award-Historie
Der German Design Award zählt seit Jahren zu den bekanntesten Designpreisen im deutschsprachigen Raum und wird vom German Design Council ausgelobt. Designbote berichtete bereits über die Ausschreibung des German Design Award 2025, seither hat der Wettbewerb seine Bewertungskriterien kontinuierlich weiterentwickelt. Die Ausgabe 2027 führt diese Linie konsequent fort und übersetzt sie in konkretere, stärker kontextbezogene Bewertungskriterien.
Was die Kriterien 2027 über aktuelle Designtrends verraten
Auch unabhängig von einer eigenen Teilnahme lohnt ein Blick auf die Neuausrichtung der Bewertungskriterien: Sie funktioniert wie ein Seismograf für die aktuelle Diskussion innerhalb der Designbranche. Dass Circular Design inzwischen so tief im Wettbewerb verankert ist, spiegelt einen Wandel, der längst über Nischenprojekte hinausgeht und zum Standard in Ausschreibungen und Briefings wird. Ebenso deutlich zeigt die stärkere Berücksichtigung von KI im Entwurfsprozess, wie schnell sich neue Werkzeuge in etablierten Gestaltungsdisziplinen normalisieren, von der ersten Skizze bis zur finalen Umsetzung.
Auch die soziale Dimension, verstanden als Zugänglichkeit, Teilhabe und gesellschaftliche Wirkung von Gestaltung, gewinnt in Wettbewerben wie diesem sichtbar an Gewicht. Für Designerinnen und Designer, Agenturen sowie Unternehmen liefert der German Design Award damit nicht nur eine Bühne für die eigene Arbeit, sondern auch einen verlässlichen Indikator dafür, an welchen Maßstäben sich gute Gestaltung in den kommenden Jahren messen lassen muss. Wer die eigene Designstrategie zukunftssicher ausrichten will, findet in den aktuellen Bewertungskriterien des Awards damit wertvolle Anhaltspunkte, unabhängig davon, ob eine Teilnahme am Wettbewerb selbst geplant ist.

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