„Die Transport- und Robotik-Industrien neigen dazu, sich auf die Optimierung von Aufgabenstellungen zu konzentrieren und dabei Arbeit zu verdrängen. Wir entwickeln Produkte, die menschliche Fähigkeiten erweitern, anstatt sie einfach ersetzen zu wollen.“
Jeffrey Schnapp, CEO, Piaggio Fast Forward (PFF)

Das weitsichtige Ziel von PFF: Ein US-amerikanisches, technologisch führendes Forschungszentrum in Sachen Zukunftsmobilität, das die Entwicklung von Mobilität in der Zukunft vorantreibt um einen breiteren Horizont möglicher technologischer Lösungen zu erschließen. Wo andere Logistik- und Mobilitätsanbieter von führerlosen PKW und Lieferwagen träumen, sieht der zukunftsorientierte Branch PFF des Vespa-Herstellers von Menschen und fleißigen ‚Land-Drohnen‘ bevölkerte Metropolen.
PFF will das komplexe Puzzle des urbanen Raumes eher im kleinteiligen als im automobilen Maßstab lösen. Indem die heutigen Navigationstechnologien auf wendige, leichte Fahrzeuge angewendet werden die sich auf Bürgersteigen und in engen Gassen bewegen, will PFF die Freude am Gehen und von Lasten ungehinderten radfahren in die Stadtlandschaft zurückbringen.
Gemäß dieser Philosophie präsentierte PFF jüngst in Boston die Transportroboter ‚Gita‘ und ‚Kilo’*.

‚Gita‘ (ital.: ‚Spritztour‘) ist ein 66 cm hohes Transportfahrzeug, das fast 20 Kilogramm Last transportieren kann. Der freundliche Einkaufshelfer kurvt intelligent durch dicht bevölkerte städtische Räume und folgt dabei seinem Nutzer auf dem Fuß. Ihm bereits vertraute Routen kann das freundliche Gefährt autonom zurücklegen.
Die Navigation des robotisierten Lastesels gelingt Gita mithilfe mehrerer Kameras, u.a. auch einer Stereokamera mit denen Gita seine Umgebung scannt und eine 360° – Karte erstellt, auf der er sich verortet. Routen erlernt Gita indem er seinem Nutzer folgt, der am Gürtel eine Stereokamera trägt. Zur Orientierung wertet Gita diese Kamerabilder aus und vergleicht sie mit den eigenen. Weil Gita damit Strecken ‚gelernt‘ hat, findet er immer seinen Weg. Selbst wenn sein Herrchen mal abbiegen und unsichtbar werden sollte, könnte er ihn sogar autonom abfahren.
Als nützliches Helferlein im Alltag soll Gita seinen urbanen Nutzern dabei helfen, freier, unbeschwerter und produktiver zu gehen. Obwohl Gita theoretisch locker einem Fahrrad folgen könnte, ist das Tempo, indes zurzeit noch gedrosselt.
*Gitas älterer Bruder transportiert 113 Kilo und größere Ladungsstücke.

Auch wenn DESIGNBOTE Gita ‚molto affascinante‘ findet, drängen sich ein paar Fragen auf, die uns freundlicherweise Tim Smith von Element Public Relations beantwortet hat:

1. Wie verhält sich Gita beim schrägen Anfahren von Bordsteinkanten? Auch wenn Gita einen sehr tiefen Schwerpunkt haben dürfte, wie vermeidet Gita das Kentern oder endloses Rumkrabbeln am Bordstein?

Tim Smith: Gita kommt aufgrund seiner Konstruktion mit jedem Einsatz-Szenario zurecht, wie sie im ‚American Disabilities Act’* beschrieben sind. Das sind im Grunde alle Herausforderungen die auch ein Rollstuhl meistern kann.
*https://en.wikipedia.org/wiki/Americans_with_Disabilities_Act_of_1990

2. In Deutschland müssen alle Fahrzeuge mit Licht und Richtungsanzeigern ausgerüstet sein. Lässt sich Gita an länderspezifische Anforderungen anpassen?
Gita wurde als Plattform konstruiert, die sich an verschiedene Szenarien in unterschiedlichen Umgebungen anpassen lässt.

3. Gita’s Nutzer hat keine Augen im Rücken… Wie vermeidet Gita Zusammenstöße mit ‚anarchistischen‘ Radfahrern auf dem Bürgersteig?
Gita folgt seinem menschlichen Bediener ziemlich nah bei Fuß. Da ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass ein Radfahrer zwischen Gita und seinen Nutzer gelangt.

4. Könnte ein Fiesling Gita so schubsen, dass er auf die Straße rollen und den Verkehr gefährden könnte?
Gita wurde als ‚freundliches‘ Fahrzeug geschaffen, so dass niemand es in irgendeiner Weise in seiner Funktion stören wollen würde. Sollte das aber doch mal der Fall sein, so würden die eingebauten Alarme ausgelöst und die Räder umgehend blockiert.

http://piaggiofastforward.com