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Er ist einer der originellsten Abstrakten des 20. Jahrhunderts. Fast 40 Jahre nach seiner letzten Retrospektive präsentiert das Museum Ludwig das Werk des Bildhauers und Malers Otto Freundlich. In der Ausstellung lässt sich das Schaffen eines Mannes nachvollziehen, der mit Picasso ebenso in Verbindung stand wie mit den Arps oder den Delaunays und trotzdem beharrlich seinen eigenen Weg ging. Freundlich gelangte über die angewandte Kunst zur Abstraktion. In Teppichen, Mosaiken und Glasmalereien schloss er an eine kollektive Kunst der Vergangenheit an und holte zu einer der Zukunft aus. Die Farben und Bewegungen, die er in seinem Werk entwickelte, verband er stets mit dem großen Ganzen. In dem Kommunismus, für den er kämpfte, sollte es keine Grenzen geben „zwischen Welt und Kosmos, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mein und Dein, zwischen allen Dingen, die wir sehen“. Zu einer Zeit, als ihm – anlässlich seines 60. Geburtstags 1938 – alles, was in der Kunst Rang und Namen hatte, Respekt zollte, denunzierten ihn die Nazis in der Ausstellung „Entartete Kunst“. Seine Skulptur Großer Kopf setzten sie auf den Titel des Ausstellungsführers. 1943 wurde Freundlich in einem Vernichtungslager ermordet. Viele seiner Werke wurden zerstört.