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Zigtausend Logos für MIT Media Lab

12. Mrz 11 – 20:35
Thema: Design-Konzepte // Logos
Von

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MIT Media Lab

Die MIT Media Laboratory ist eine Fakultät des Massachusetts Institute of Technology, das als eine der weltweit führende Universität für den Bereich der Erforschung technologiegestützer Lehre und neuer Kommunikationsformen gilt. Die neue visuelle Identität des Fachbereichs wird inspiriert von der Gemeinde, die es umfasst: Kreative Menschen aus allen sozialen Schichten kommen zusammen, um sich gegenseitig zu inspirieren und gemeinsam eine Vision der Zukunft zu erarbeiten.

Und nun spiegelt sich dieser einzigartige Schmelztiegel kreativer Ideen auch in der neuen Visualität des Instituts wieder, verzichtet man doch auf ein einzelnes, für sich solitär stehendes Logo und verwendet statt dessen in konstanter Neudefinition drei Grundformen mit variierender Farbgebung. Das neue Logo basiert auf einem Algorithmus eines visuellen Systems, der für jede Person, für jeden Dozenten, jeden Mitarbeitern und ebenso jeden Studierenden ein einzigartiges Signet erzeugt.

Der Algorithmus ist in einem Textverarbeitungsprogramm untergebracht, dass die einzelnen Logos erzeugt. Das Team des MIT lies es laufen, bis 40.000 Logos in 12 Farbkombinationen (insgesamt also rund 480,000 Logos) generiert waren. Die jeweiligen Daten wurden anschließend in einem SVG-File exportiert, konvertiert und in Illustrator in CMYK gewandelt. Die einzelnen Logos basieren dabei auf einem vier mal vier großen, quadratischen Raster, wobei sich jede der drei Grundformen innerhalb des Rasters bewegen kann, natürlich im Rahmen von zuvor festgesetzten Spezifikationen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Jeder Mensch kann von sich behaupten, für sich genommen einzigartig zu sein. Und so erhält ein jeder Angehöriger des MIT folgerichtig sein eigenes, individuelles Signet, dass er selbst wählen kann – und im Folgenden verwendet. Mit am Erstaunlichsten dabei ist aber in der Tat, wie gut das System funktioniert. Genial und wirklich überraschend.

MIT Business Cards

Eines der Ergebnisse, denn auch auf allen anderen Trägern funktioniert das System, wie oben im Film zu sehen: Verwechselbare und doch unverwechselbare Visitenkarten. - Quelle: creativeapplications.net

Das System tritt einen folgerichtigen Beweis an, dass es nicht zwingend erforderlich ist, einer Bildmarke auf die bis ins Detail genau geplanten Winkel und Linien zu beharren, ebenso wie die grundsätzlich Wahl der Farbe. Das gesamte Erscheinungsbild steht im Mittelpunkt und füttert das limbische System und sorgt somit dafür, dass Menschen ein Logo sofort mit einer Marke verbinden. Und trotz der gigantischen Flexibilität ist auch die neue visuelle Identität immer klar erkennbar.

media.mit.edu

5 Kommentare

  1. Bert sagt:

    In der Tat überaus erstaunlich, wie gut das in den gezeigten Beispielen funktioniert. Eine Revolution in der Logo-Gestaltung wird das zwar wohl nicht auslösen, aber für das MIT funktioniert es.

  2. Adriana sagt:

    Total abgefahren. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass das so gut funktionieren kann – aber in der Tat bleibt die Zugehörigkeit visuell immer erkennbar. Klasse.

  3. Atilla sagt:

    FANTASTISCH! Ich liebe es!!!

  4. Roman sagt:

    Ich will es haben!

    Besonders die Idee, das jeder Mitarbeiter eine ganz individuelle Visitenkarte bekommt, finde ich klasse!

  5. DG sagt:

    Also hat man sich hier das Prinzip der Fraktale und Mandelbrote untertan gemacht und in eine einheitliche Form gegossen. Die Gesetze, in denen der Algorithmus arbeitet, sind neben den mathematischen Feinheiten: schwarze Quadrate, die wie Scheinwerfer ein Licht mit einer elementaren Farbe aussenden und bei Überschneidungen Farbverläufe generieren.

    Die Besonderheit des Algorithmus, dass ihn von der Beliebigkeit des Zufalls so unterschiedlich macht, ist, dass es zu jedem Namen oder zu jeder anderen Information immer das gleiche Logo liefert.

    Im Prinzip hat man so die ersten Hash-Codes erfunden, die als visuelles Erkennungsmerkmal eingesetzt werden. Wäre ein Computersystem in der Lage, diese Anordnung zurück zu interpretieren, um beispielsweise den Zutritt zu einem geschützten Raum zu gewähren, wenn jemand seine Iris einscannt, dann wäre man bald auf keine Chipkarten oder Magnetstreifen mehr angewiesen.

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